Getrennt, aber nicht vergessen!

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angelinadzhumelya Avatar

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Die Leseprobe von „Schwestern. Trotz allem“ hat mich direkt gepackt. Schon die ersten Seiten vermitteln eine bedrückende Atmosphäre und man merkt schnell, dass hinter der Geschichte der drei Schwestern eine sehr schwere Vergangenheit liegt.

Besonders eindringlich fand ich die Situation der drei Mädchen nach dem Krieg. Sie haben ihre Mutter verloren und werden nun auch noch voneinander getrennt. Dabei ist gerade ihre Verbindung untereinander das, was ihnen Halt gibt. Die Szene, in der Gerti unbedingt möchte, dass ihre Schwestern die drei Knöpfe bekommen, damit sie trotz der Trennung miteinander verbunden bleiben, hat mich besonders berührt. Daran wird deutlich, wie wichtig ihnen ihr Zusammenhalt ist.

Gleichzeitig ist Hedwig eine Figur, die bei mir sofort starke Gefühle ausgelöst hat. Ihre kontrollierende und kalte Art, vor allem gegenüber den Kindern, ist teilweise kaum auszuhalten. Interessant fand ich dabei, dass ihre Haltung nicht einfach nur als persönliche Härte dargestellt wird, sondern auch zeigt, wie sehr Ideologien und die Nachwirkungen der NS-Zeit noch in den Menschen verankert sind.

Der Schreibstil ist stellenweise sehr bildhaft und ungewöhnlich. Besonders die Beschreibung von Hedwig als Würgeschlange ist mir im Gedächtnis geblieben. Dadurch wird sehr deutlich, wie sie ihre Familie immer stärker einengt und ihnen buchstäblich die Luft zum Atmen nimmt.

Die Leseprobe hat bei mir vor allem die Frage hinterlassen, wie es mit den drei Schwestern weitergeht und ob es ihnen gelingen wird, trotz der Trennung miteinander verbunden zu bleiben. Gerade diese emotionale Ebene macht für mich den Reiz der Geschichte aus. Ich würde nach dieser Leseprobe definitiv weiterlesen.