Nachkriegselend

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dina2803 Avatar

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Max Moor erzählt die Geschichte ohne Pathos, aber mit großer Genauigkeit. Die Leseprobe zeigt sofort, worum es geht: Ohnmacht, Härte, Nachkriegselend und die zerstörerische Macht einer einzigen Person.

Hedwig, die Tante, ist das Zentrum der Spannung. Sie ist kalt, kontrollierend, herrisch und sie nutzt die Not der Familie aus, um ihre Macht auszuspielen. Die Szenen im Haus sind beklemmend: Regeln, Verbote, Demütigungen. Die Großeltern werden kleiner, die Kinder verstummen. Moor beschreibt das ohne Übertreibung, aber so präzise, dass es weh tut.

Die Stärke des Romans liegt in der Atmosphäre: Nachkriegszeit, Hunger, Scham, Angst. Und in der psychologischen Genauigkeit. Hedwig ist keine Karikatur, sondern eine glaubhafte Figur, die ihre Grausamkeit aus Überzeugung lebt. Die Mädchen dagegen wirken verletzlich, aber nicht sentimental. Sie reagieren unterschiedlich, und genau das macht sie real.