Schonungslos
Diese Leseprobe hat mich mit ihrer schonungslosen Darstellung emotionaler Grausamkeit tief berührt und zugleich erschüttert. Hedwig ist eine der eindringlichsten Antagonistinnen, die ich in einer Leseprobe erlebt habe, ihre kalte, kalkulierte Art, Franz und Charlotte mit scheinbar sachlichen Argumenten kleinzukriegen, während sie sich gleichzeitig als Opfer inszeniert, ist bis ins Detail psychologisch stimmig gezeichnet. Der Vergleich mit der Würgeschlange, die ihre Beute nicht erwürgt, sondern sie bei jedem Ausatmen enger umschlingt, ist ein starkes, treffendes Bild für diese Form der Machtausübung.
Besonders verstörend und gerade deshalb wirkungsvoll ist die Wendung mit den Uniformknöpfen des Jungmädelbunds, die Hedwig fälschlich als Zeichen einer inneren Verwandtschaft mit Gerti deutet, während der Leser längst weiß, dass es sich um ein Versteck der drei Schwestern handelt, ein Symbol des Zusammenhalts, nicht der Ideologie. Diese Fehldeutung entscheidet über Gertis Schicksal und zeigt sehr klug, wie beliebig und grausam solche Weichenstellungen sein können.
Die Szene im Café am Ende, mit dem tröstenden Kellner und Gertis verzweifelter Sorge um die zurückgelassenen Knöpfe für ihre Geschwister, hat mich sehr mitgenommen, gerade weil Franz ihr am Schluss etwas verspricht, von dem er selbst weiß, dass er es nicht halten kann. Das ist bitter und ehrlich zugleich. Die Nachkriegszeit mit ihrer Mischung aus Not, Verdrängung und fortwirkendem NS-Denken wird hier so konkret und beklemmend, dass ich unbedingt wissen möchte, wie es für Gerti weitergeht und ob die drei Schwestern sich jemals wiederfinden.
Besonders verstörend und gerade deshalb wirkungsvoll ist die Wendung mit den Uniformknöpfen des Jungmädelbunds, die Hedwig fälschlich als Zeichen einer inneren Verwandtschaft mit Gerti deutet, während der Leser längst weiß, dass es sich um ein Versteck der drei Schwestern handelt, ein Symbol des Zusammenhalts, nicht der Ideologie. Diese Fehldeutung entscheidet über Gertis Schicksal und zeigt sehr klug, wie beliebig und grausam solche Weichenstellungen sein können.
Die Szene im Café am Ende, mit dem tröstenden Kellner und Gertis verzweifelter Sorge um die zurückgelassenen Knöpfe für ihre Geschwister, hat mich sehr mitgenommen, gerade weil Franz ihr am Schluss etwas verspricht, von dem er selbst weiß, dass er es nicht halten kann. Das ist bitter und ehrlich zugleich. Die Nachkriegszeit mit ihrer Mischung aus Not, Verdrängung und fortwirkendem NS-Denken wird hier so konkret und beklemmend, dass ich unbedingt wissen möchte, wie es für Gerti weitergeht und ob die drei Schwestern sich jemals wiederfinden.