Wenn Systeme die Empathie ersticken
Dieser Textauszug zeigt die Verrohung der Kriegs- und Nachkriegszeit auf erschütterndste Art und Weise.
Hedwig will die drei verwaisten Kinder ihrer Schwester ins Heim abschieben. Als ihr Vater sie darum bittet, von diesem Vorhaben abzusehen, nutzt Hedwig ihre Macht als Hausherrin aus, denn sie beherbergt außer den Kindern auch noch die vermutlich im Krieg ausgebombten Eltern.
Bei der Rechtfertigung ihres Vorhabens arbeitet sie mit allen Mitteln der schwarzen Rhetorik und konfrontiert den Vater letztendlich mit vollendeten Tatsachen.
Bei der Einweisung der Kinder ins Heim merkt man, dass sich deren Zukunft dort nicht verbessern wird. Die sogenannten Schwestern arbeiten mit Machtmitteln der Schuldzuweisung und sind eiskalt und unnahbar, um die Kinder von Anfang an gefügig zu machen.
Da ich in meiner Kindheit und Jugend mit diesem repressiven Umgang in Ordenskrankenhäusern und Kindertagesstätten konfrontiert war, hat mich diese Leseprobe zutiefst bewegt. Ich konnte diese Härte und Gefühllosigkeit von Bezugspersonen nie verstehen, besonders im Vergleich zur Tierwelt, die mit elternlosen Jungen meist so viel fürsorglicher umgeht als der Mensch.
Die im Text gezeigte Lieblosigkeit lässt mich bis heute fassungslos zurück. Sie weckt in mir auch die schmerzhafte Erkenntnis über die Gegenwart und Zukunft: wie schnell der Mensch in überlasteten Systemen – wie heute oft in der Altenpflege – seine Empathie verliert und wieder zu dieser grausamen Kälte fähig ist. Ich hoffe hier gar nicht mehr auf Antworten oder Besserung. Ich finde mich mit dieser menschlichen Abgründigkeit ab und versuche mich im Alltag selbst immer wieder daran zu erinnern, niemals in solche kalten Mechanismen abzugleiten.
Hedwig will die drei verwaisten Kinder ihrer Schwester ins Heim abschieben. Als ihr Vater sie darum bittet, von diesem Vorhaben abzusehen, nutzt Hedwig ihre Macht als Hausherrin aus, denn sie beherbergt außer den Kindern auch noch die vermutlich im Krieg ausgebombten Eltern.
Bei der Rechtfertigung ihres Vorhabens arbeitet sie mit allen Mitteln der schwarzen Rhetorik und konfrontiert den Vater letztendlich mit vollendeten Tatsachen.
Bei der Einweisung der Kinder ins Heim merkt man, dass sich deren Zukunft dort nicht verbessern wird. Die sogenannten Schwestern arbeiten mit Machtmitteln der Schuldzuweisung und sind eiskalt und unnahbar, um die Kinder von Anfang an gefügig zu machen.
Da ich in meiner Kindheit und Jugend mit diesem repressiven Umgang in Ordenskrankenhäusern und Kindertagesstätten konfrontiert war, hat mich diese Leseprobe zutiefst bewegt. Ich konnte diese Härte und Gefühllosigkeit von Bezugspersonen nie verstehen, besonders im Vergleich zur Tierwelt, die mit elternlosen Jungen meist so viel fürsorglicher umgeht als der Mensch.
Die im Text gezeigte Lieblosigkeit lässt mich bis heute fassungslos zurück. Sie weckt in mir auch die schmerzhafte Erkenntnis über die Gegenwart und Zukunft: wie schnell der Mensch in überlasteten Systemen – wie heute oft in der Altenpflege – seine Empathie verliert und wieder zu dieser grausamen Kälte fähig ist. Ich hoffe hier gar nicht mehr auf Antworten oder Besserung. Ich finde mich mit dieser menschlichen Abgründigkeit ab und versuche mich im Alltag selbst immer wieder daran zu erinnern, niemals in solche kalten Mechanismen abzugleiten.