Bewegender und mitreißender Debütroman
Der Schweizer Autor, Schauspieler und Fernsehmoderator Max Moor hat mit "Schwestern. Trotz allem" einen außergewöhnlichen Roman geschrieben, der sich an die Lebensgeschichte seiner Schwiegermutter anlehnt.
Im Mittelpunkt der Geschichte, die in Österreich spielt, steht Gerti, die mit ihren Eltern Johann und Johanna sowie den Schwestern Rudi und Hansi auf einem Gutshof lebt. Als der Vater im Frühjahr 1945 nach einer Dienstreise nicht zurückkehrt und die Mutter stirbt, bringt der Großvater die Kinder in das Haus seiner verwitweten Tochter Hedwig. Diese lehnt es ab, die Kinder auf Dauer zu beherbergen. Gerti als die Älteste darf bleiben, während Rudi und Hansi in einem Kinderheim abgegeben und zur Adoption freigegeben werden. Als Gerti erwachsen ist, verliebt sie sich in den verheirateten Bauleiter Albert. Aus der Beziehung gehen zwei Kinder hervor, die Gerti allein großzieht, da Albert immer wieder längere Zeit im Ausland arbeitet.
Die Handlung erstreckt sich über einen Zeitraum von fast 30 Jahren, Prolog und Epilog führen uns in die Jahre 2015 und 2016. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Wir begleiten Gerti ab ihrem 11. Lebensjahr, erleben ihr Aufwachsen bei den Großeltern und die Höhen und Tiefen ihrer Beziehung zu Albert. Wir lernen auch Rudi und Hansi kennen, parallel erfahren wir Alberts Lebensgeschichte aus zahlreichen Briefen.
Die schöne Sprache und der ruhige Erzählstil des Autors haben mich begeistert. Das Buch liest sich sehr flüssig und fesselte mich von der ersten Seite an. Es hat mir viel Lesefreude bereitet, die Lebenswege der sehr authentisch gezeichneten Protagonisten zu verfolgen. Meine Lieblingsfigur war die mutige Gerti, die nachts in einer Fabrik arbeitet, um tagsüber für ihre Kinder da zu sein. Als Alleinerziehende wird es ihr nicht leicht gemacht, sie lebt in der ständigen Angst, dass die Behörden ihr das Sorgerecht entziehen könnten.
Sehr berührend und interessant fand ich Alberts Lebensgeschichte, die er als Briefe niederschreibt. Diese Briefe, die er nie abschickt, richtet er an den Pfarrer, der ihn während seiner Inhaftierung in Italien davon abhielt, sich das Leben zu nehmen.
Rudis Schicksal hat mich sehr erschüttert. Die durch die Nonnen im Heim erlittenen Schikanen, Misshandlungen und Demütigungen hinterlassen Spuren und prägen ihr Leben als Erwachsene.
In Max Moors mitreißender Geschichte, die auch den damaligen Zeitgeist hervorragend einfängt, geht es um Liebe, Familie und Schwesternschaft, um Verlust, Schuld und Versprechen. Das Buch hat mich gefesselt, es hat mich zutiefst berührt und ist mir unter die Haut gegangen.
Absolute Leseempfehlung für diesen großartigen Debütroman!
Im Mittelpunkt der Geschichte, die in Österreich spielt, steht Gerti, die mit ihren Eltern Johann und Johanna sowie den Schwestern Rudi und Hansi auf einem Gutshof lebt. Als der Vater im Frühjahr 1945 nach einer Dienstreise nicht zurückkehrt und die Mutter stirbt, bringt der Großvater die Kinder in das Haus seiner verwitweten Tochter Hedwig. Diese lehnt es ab, die Kinder auf Dauer zu beherbergen. Gerti als die Älteste darf bleiben, während Rudi und Hansi in einem Kinderheim abgegeben und zur Adoption freigegeben werden. Als Gerti erwachsen ist, verliebt sie sich in den verheirateten Bauleiter Albert. Aus der Beziehung gehen zwei Kinder hervor, die Gerti allein großzieht, da Albert immer wieder längere Zeit im Ausland arbeitet.
Die Handlung erstreckt sich über einen Zeitraum von fast 30 Jahren, Prolog und Epilog führen uns in die Jahre 2015 und 2016. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Wir begleiten Gerti ab ihrem 11. Lebensjahr, erleben ihr Aufwachsen bei den Großeltern und die Höhen und Tiefen ihrer Beziehung zu Albert. Wir lernen auch Rudi und Hansi kennen, parallel erfahren wir Alberts Lebensgeschichte aus zahlreichen Briefen.
Die schöne Sprache und der ruhige Erzählstil des Autors haben mich begeistert. Das Buch liest sich sehr flüssig und fesselte mich von der ersten Seite an. Es hat mir viel Lesefreude bereitet, die Lebenswege der sehr authentisch gezeichneten Protagonisten zu verfolgen. Meine Lieblingsfigur war die mutige Gerti, die nachts in einer Fabrik arbeitet, um tagsüber für ihre Kinder da zu sein. Als Alleinerziehende wird es ihr nicht leicht gemacht, sie lebt in der ständigen Angst, dass die Behörden ihr das Sorgerecht entziehen könnten.
Sehr berührend und interessant fand ich Alberts Lebensgeschichte, die er als Briefe niederschreibt. Diese Briefe, die er nie abschickt, richtet er an den Pfarrer, der ihn während seiner Inhaftierung in Italien davon abhielt, sich das Leben zu nehmen.
Rudis Schicksal hat mich sehr erschüttert. Die durch die Nonnen im Heim erlittenen Schikanen, Misshandlungen und Demütigungen hinterlassen Spuren und prägen ihr Leben als Erwachsene.
In Max Moors mitreißender Geschichte, die auch den damaligen Zeitgeist hervorragend einfängt, geht es um Liebe, Familie und Schwesternschaft, um Verlust, Schuld und Versprechen. Das Buch hat mich gefesselt, es hat mich zutiefst berührt und ist mir unter die Haut gegangen.
Absolute Leseempfehlung für diesen großartigen Debütroman!