Drei Schwestern - Drei Leben

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bücherei_schonach Avatar

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Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Tod ihrer Eltern werden die drei Schwestern Gerti, Rudi und Hansi getrennt und wachsen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen auf. Jede der „Bunten Truppe“ geht ihren eigenen Weg, doch die Erfahrungen ihrer Kindheit begleiten sie ihr ganzes Leben.

Am Anfang konnte ich Gertis Verhalten oft nicht verstehen. Je mehr man aber über ihre Kindheit und die Schicksalsschläge der Schwestern erfährt, desto nachvollziehbarer wird, warum sie so geworden ist. Die Erlebnisse der drei sind teilweise wirklich schwer zu lesen. Besonders Rudis Zeit im Kinderheim hat mich sehr getroffen. Es ist kaum vorstellbar, wie grausam man zu einem kleinen Kind sein konnte – und gleichzeitig weiß man, dass solche Zustände damals leider nicht unrealistisch waren.

Sehr gut gefallen hat mir dagegen Hansis Kindheit. Auch ihre Geschichte als junge Erwachsene mochte ich besonders gerne. Bei Rudi tut es mir vor allem leid zu sehen, wie sehr ihre Kindheit sie geprägt und gebrochen hat. Auch wenn ich nicht jede ihrer Entscheidungen gutheißen konnte, konnte ich viele ihrer Handlungen dadurch nachvollziehen. Gerti handelt ebenfalls nicht immer verständlich, überrascht aber später als Mutter, denn sie ist für ihre eigenen Kinder eine deutlich bessere Mutter, als man zunächst erwartet.

Schön fand ich, wie die Geschichten der Schwestern immer wieder fern miteinander verbunden sind, selbst wenn sie sich nicht direkt begegnen. Die historischen Hintergründe sind sehr gut in die Handlung eingebaut. Dass die Geschichte auf wahren Hintergründen beruht, hat sie für mich zusätzlich interessant gemacht. Auch die vielen österreichischen Begriffe haben mir gefallen. Nicht alles war mir bekannt, aber meistens konnte man sich die Bedeutung gut aus dem Zusammenhang erschließen.

Der Anfang hat mich sehr gefesselt, später konnte mich die Geschichte leider nicht mehr ganz so stark mitnehmen. Einige Entwicklungen wirkten auf mich etwas konstruiert oder unrealistisch und nicht alle Handlungen der Figuren waren für mich nachvollziehbar. Das Ende hat mir dann wieder gut gefallen.