Eindrücklich erzählt

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Das ist sie also, die Liebe auf den ersten Blick, die ein Leben lang hält.
Gerti und Albert, den es immer wieder in die Ferne drängt, sind ein Leben lang verbunden,auch wenn Gerti ihre beiden gemeinsamen Kinder meist alleine durchbringen muss, was in den Nachkriegs- und Aufbaujahren für eine unverheiratete Mutter mit großen Schwierigkeiten verbunden ist.
Max Moor erzählt anschaulich
vom Leben dreier Schwestern, die in der Nachkriegszeit durch tragische Umstände auseinandergerissen wurden, im Waisenhaus von sadistischen Nonnen gequält schließlich entkommen konnten und nun, jede auf ihre Weise, mit den entstandenen Verletzungen versuchen, sich ein Leben aufzubauen.
Die bildhafte Sprache nimmt einen mitten ins Geschehen hinein.
Was die Generation unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern in den Kriegsjahren und den schwierigen Verhältnissen der Nachkriegszeit erlebt und durchgestanden haben, wird hier sehr anschaulich dargestellt. Bald wird es vergessen sein. Umso mehr Grund, solche Geschichten zu erzählen.
Der Autor wechselt in den Kapiteln zwischen den Schwestern, die sich vollkommen aus den Augen verloren haben, und Albert hin und her. Das macht das Buch sehr lebendig und spannend.
Besonders gut gefiel mir die Idee, Albert seine Gedanken in einem Tagebuch in Form von Briefen an einen Pfarrer aufschreiben zu lassen, der ihn im Krieg von einem Selbstmordversuch abgehalten hatte. Dadurch gewinnt die Figur sehr an Tiefe.
Was mich nicht ganz überzeugt hat ist der Aufbau. Sehr viel Gerti und Albert, eingestreut kurze Einblicke in Rudis und Hansis Leben- für mich etwas abrupt und unmotiviert. Das hätte man vielleicht anders lösen können.
Dennoch: ein gutes Buch!