Imagine!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
celtictree Avatar

Von

Max Moors erster Roman ist ein Meisterwerk, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.

Inspiriert von der Familiengeschichte seiner Frau ist ein Stück Zeitgeschichte entstanden, das sich zu lesen lohnt. Mit einer Sprachgewalt die mich begeistert hat.

Hauptpersonen sind 3 Schwestern mit eher jungenähnlichen Vornamen, die ihre Eltern verlieren und in die Obhut ihrer Großeltern und der herrischen Tante kommen. Diese hat bereits die verarmten Eltern aufgenommen und führt ein unbarmherziges Regiment.

Bleiben darf in ihrem Haushalt nur die Älteste, die beiden jüngeren Mädchen werden ins Kloster gegeben. Damit trennen sich ihre Wege, denn die Jüngere wird schnell von einem liebevollen Ehepaar adoptiert.

Die Geschichte beginnt nach Kriegsende in Oberösterreich, ist gespickt mit der Sprache und Ausdrücke dieser Region, und zeigt über Jahrzehnte die unterschiedlichen Entwicklungen der 3 Mädchen.

Die Älteste lebt selbstbestimmt, ist als ledige Mutter, in diesen Zeiten etwas Außergewöhnliches, stark und selbstbewusst. Ihre Beziehung zu legalisieren wird aber zur Lebensaufgabe.

Die Mittlere gewinnt Männer durch ihre Schönheit und Anmut. Durch ihren Selbsthass und Egoismus, vor allem ihren Kindern gegenüber, zerstört sie aber jede familiäre Bindung und ihr eigenes Ich.

Die Jüngste steigt auf in die High Society, hat aber genau wie ihre Schwestern Schwierigkeiten sich zu binden, den richtigen Partner zu finden und über lange Zeiträume Zufriedenheit und innere Ruhe zu finden.

Max Moor zeigt in diesem Roman wie tief Kränkungen und Verlassenwerden Lebenswege über Jahrzehnte negativ beeinflussen können, Menschen ihre Entscheidungen und Wege danach, oft unbewusst, ausrichten. Wie wichtig Verwurzelungen und ein Urvertrauen für das ganze Leben eines Menschen ist.

Die Geschichte spielt größenteils in Österreich aber auch über größere Passagen in Italien.

Das Lied Imagine, seine Aussage, das in diesem Buch gehört und besprochen wird, ist für mich ein Sinnbild dieser Geschichte.