Kulturgeschichte der Nachkriegszeit und der Zeit des Wirtschaftswunders
Max Moors Roman ist ein Sittenbild der Nachkriegszeit und der Zeit des Wirtschaftswunders. In kurzen Kapiteln wechseln beißende Ironie und Sarkasmus mit emotionalen Abschnitten, jeweils aus der Perspektive einer anderen Person. Moors Sprache. Kennt man. Von seiner Moderation. Des ARD-Kulturmagazins TTT.
Die vier Protagonisten seines Buchs sind die drei Schwestern Gerti, Rudi und Hansi sowie Albert, der „Hallodri“, der zufällig mit Gerti in Kontakt kommt. Alle vier sind schwer traumatisiert durch ihre unglückliche Kindheit bzw. durch den Einsatz im Krieg. Gerti wächst nach dem Verschwinden des Vaters und dem Tod der Mutter bei der hartherzigen Tante und den hilflosen Großeltern auf, die jüngeren Rudi und Hansi kommen gemeinsam ins Heim.
Die Biographien der Schwestern, inspiriert von einer Familiengeschichte von Moors Frau, sind interessant. Sie entwickeln sich nach ihrer Trennung ganz unterschiedlich, gehen aber sehr selbstbewusst ihren Weg. Beim Lesen kam mir der Verdacht, dass der Autor seine Protagonisten so konstruiert hat, dass er möglichst viele kulturelle Aspekte der ca. 30 Jahre von Ende 1944 bis 1973 unterbringen kann. Albert verbringt wegen seines Berufs längere Zeit in der Türkei, in Afrika, in Asien, was dem Autor ermöglicht, seine außenpolitischen Ansichten mitzuteilen. Bei Gerti, die in Österreich bleibt, thematisiert er die fehlenden Rechte der Frauen und die Vorurteile der Bevölkerung gegen Alleinerziehende mit unehelichen Kindern, die teilweise noch aus der Nazizeit übernommen wurden, den provinziellen Mief. Rudi schafft es bis in die High Society von Rom (ohne sich dort wohlzufühlen), was Moor ermöglicht, eine Übersicht über die Stars der damaligen Kultur und Politik einfließen zu lassen. Ähnlich wie bei Hansi, die als Hotelmanagerin in Linz und Wien ebenfalls mit den „Großkopferten“ (wie Moor es ausdrücken würde) in Kontakt kommt.
Beim Lesen entstand manchmal der Eindruck, dass es Moor weniger um die Hauptpersonen geht als darum, die kulturelle Entwicklung der 30 Jahre zu vermitteln. Er berauscht sich fast daran, alle Themen unterzubringen, über die in den von ihm moderierten Sendungen berichtet wurde. Sei es die Außen- und Gesellschaftspolitik, Wirtschaft, Musik, Kunst, Literatur, Technik, besonders Autos, Kulinarik etc.
Weil er sich aber immer rechtzeitig einfängt und die Handlung interessant ist, hat mir das Buch gut gefallen.
Die vier Protagonisten seines Buchs sind die drei Schwestern Gerti, Rudi und Hansi sowie Albert, der „Hallodri“, der zufällig mit Gerti in Kontakt kommt. Alle vier sind schwer traumatisiert durch ihre unglückliche Kindheit bzw. durch den Einsatz im Krieg. Gerti wächst nach dem Verschwinden des Vaters und dem Tod der Mutter bei der hartherzigen Tante und den hilflosen Großeltern auf, die jüngeren Rudi und Hansi kommen gemeinsam ins Heim.
Die Biographien der Schwestern, inspiriert von einer Familiengeschichte von Moors Frau, sind interessant. Sie entwickeln sich nach ihrer Trennung ganz unterschiedlich, gehen aber sehr selbstbewusst ihren Weg. Beim Lesen kam mir der Verdacht, dass der Autor seine Protagonisten so konstruiert hat, dass er möglichst viele kulturelle Aspekte der ca. 30 Jahre von Ende 1944 bis 1973 unterbringen kann. Albert verbringt wegen seines Berufs längere Zeit in der Türkei, in Afrika, in Asien, was dem Autor ermöglicht, seine außenpolitischen Ansichten mitzuteilen. Bei Gerti, die in Österreich bleibt, thematisiert er die fehlenden Rechte der Frauen und die Vorurteile der Bevölkerung gegen Alleinerziehende mit unehelichen Kindern, die teilweise noch aus der Nazizeit übernommen wurden, den provinziellen Mief. Rudi schafft es bis in die High Society von Rom (ohne sich dort wohlzufühlen), was Moor ermöglicht, eine Übersicht über die Stars der damaligen Kultur und Politik einfließen zu lassen. Ähnlich wie bei Hansi, die als Hotelmanagerin in Linz und Wien ebenfalls mit den „Großkopferten“ (wie Moor es ausdrücken würde) in Kontakt kommt.
Beim Lesen entstand manchmal der Eindruck, dass es Moor weniger um die Hauptpersonen geht als darum, die kulturelle Entwicklung der 30 Jahre zu vermitteln. Er berauscht sich fast daran, alle Themen unterzubringen, über die in den von ihm moderierten Sendungen berichtet wurde. Sei es die Außen- und Gesellschaftspolitik, Wirtschaft, Musik, Kunst, Literatur, Technik, besonders Autos, Kulinarik etc.
Weil er sich aber immer rechtzeitig einfängt und die Handlung interessant ist, hat mir das Buch gut gefallen.