Lebensgeschichten
Das (mithilfe von KI erstellte) Cover und auch der Klappentext haben mich neugierig auf den Roman gemacht. Die Geschichte der drei Schwestern Gerti, Hansi und Rudi, die als Kinder nach dem Krieg getrennt werden und jede für sich ihr Leben aufbauen und führen muss, klang spannend. Allerdings hatte ich zugleich erwartet, dass entweder die Suche nach den aus den Augen verlorenen Schwestern oder zumindest das Aufeinandertreffen nach Jahrzehnten mehr in den Fokus genommen wird, was kaum enthalten ist. Stattdessen wechselt das Buch kapitelweise von Gertis Erfahrungen über die Jahrzehnte zu denen von Hansi und Rudi, wobei Gerti definitiv den größten Raum einnimmt. Zusätzlich wird viel von Gertis späterem Ehemann und Vater ihrer beiden Kinder Albert in einer Art Briefroman erzählt. Dieses sprunghafte Erzählen mag dem ein oder anderen spannend erscheinen, mir hat es nicht so gut gefallen und erschwerte es mir, in die Geschichte „hineinzukommen“. Nichtsdestotrotz war es interessant zu lesen, welch unterschiedliche Lebenswege die drei Schwestern durchlaufen haben, obwohl sie als Kinder eigentlich unzertrennlich erschienen. Als leichte Kost kann der Roman wahrhaftig nicht bezeichnet werden, wer sich aber auf biografisch anmutende Lebensgeschichten einlassen möchte, ist mit Max Moors Werk gut bedient.