Starke Frauen, die stürzen, aber ihr Krönchen wieder aufsetzen und weitermachen
Ausgangsposition: Drei Schwestern, die nach dem Krieg voneinander getrennt werden und unabhängig voneinander ihr Leben leben. Ich mag den Autor, kenne ihn als Moderator von TTT. So hatte ich beim Lesen immer seine Stimme im Ohr. Der Roman ist ein gut lesbarer umfangreicher Roman, eine Nachkriegs-Familiengeschichte, die mit dem Kriegsende beginnt, einer sehr spannenden Zeit, in der die Familienstrukturen neu gemischt wurden: Väter waren gefallen oder in Gefangenschaft, Frauen übernahmen Verantwortung, die ihnen vorher abgesprochen wurde, gleichzeitig sollten sie sich den gesellschaftlich schicklichen Erwartungen anpassen. Die Protagonistinnen sind starke Frauen. Sie leben sehr modern, wir vergessen aber oft, dass es vielen Frauen unmöglich war, innerhalb der schicklichen Normen zu existieren. Das macht das Buch interessant. Ich finde allerdings den Titel irreführend. Hauptsächlich wird das Leben der ältesten Schwester und ihres Mannes erzählt, die Geschichte der beiden jüngeren Schwestern läuft eher nebenher, die Auflösung hat mich etwas enttäuscht. Der Roman basiert wohl auf der Geschichte der Schwiegermutter des Autors, ich denke, er hatte einfach viel mehr Informationen über ihr Leben als das ihrer Schwestern. Sprachlich ist der Roman gut erzählt, hätte ein bisschen komprimierter sein können, er ist ein gutes Buch für kuschelige Herbsttage.