Das wird kein gemütlicher Dorfkrimi

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kerstin600 Avatar

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Chris Chibnall wirft einen nicht erst langsam ins Geschehen – der schubst einen direkt mitten hinein. Kaum hat man sich in der idyllischen Landschaft von Dorset eingerichtet, sitzt da eine Leiche auf einem Stuhl. Mit Hirschgeweih. Mitten auf der Straße. Ab da ist klar: Hier hat jemand nicht einfach gemordet, sondern eine ziemlich schräge Botschaft hinterlassen.

Was mir richtig gut gefallen hat: Das Buch rennt nicht hektisch von Hinweis zu Hinweis. Stattdessen lernt man nach und nach die Menschen kennen, die in diesem kleinen Fleckchen Erde leben. Friseur, Paketbote, Polizisten, Dorfbewohner – jeder schleppt sein eigenes Päckchen mit sich herum. Und plötzlich ertappt man sich dabei, bei fast jeder Figur zu denken: “Moment mal … was ist denn mit dir los?”

Die Dialoge wirken herrlich natürlich, oft mit trockenem britischem Humor, der genau meinen Nerv trifft. Gerade wenn es düster wird, lockert ein flotter Spruch die Stimmung wieder auf, ohne dass der Ernst verloren geht.

Die Leseprobe macht genau das, was sie soll: Sie legt mehr Fragen auf den Tisch, als sie beantwortet. Wer ist das Opfer? Warum dieses bizarre Geweih? Und weshalb reagieren manche Figuren so, als hätten sie etwas zu verbergen? Ich hatte jedenfalls ziemlich schnell das Bedürfnis, einfach umzublättern und weiterzulesen.

Für mich sieht das nach einem Krimi aus, der weniger auf Daueraction setzt, sondern darauf, die Spannung langsam anzuziehen – wie eine Schraube, die sich mit jeder Seite ein Stück weiterdreht. Genau mein Ding.