Atmosphärischer Krimi mit kleinen Schwächen

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jana1406 Avatar

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„Septembermord“ von Chris Chibnall ist ein klassischer britischer Kriminalroman, den ich insgesamt gerne gelesen habe. Die Geschichte rund um einen Mord in einer scheinbar ruhigen englischen Gemeinde hat mir grundsätzlich gut gefallen. Besonders die Atmosphäre und die unterschiedlichen Figuren machen den Roman interessant.

Das Cover gefällt mir gut. Die düstere Landschaft und die neblige Stimmung passen sehr gut zum Inhalt und vermitteln bereits einen Eindruck von der eher geheimnisvollen Atmosphäre des Buches. Die Gestaltung ist stimmig und macht neugierig auf die Geschichte.

Die Handlung wird insgesamt ruhig und nachvollziehbar aufgebaut. Dabei stehen weniger spektakuläre Action oder überraschende Wendungen im Vordergrund, sondern die Ermittlungsarbeit und die verschiedenen Personen, die mit dem Fall zu tun haben. Das hat mir gut gefallen, auch wenn das Buch zwischendurch durchaus einige Längen hatte. An manchen Stellen hätte die Geschichte für meinen Geschmack etwas schneller vorankommen können. Trotzdem gibt es immer wieder spannende Passagen, in denen die Ermittlungen an Fahrt aufnehmen und man als Leser gerne wissen möchte, wie es weitergeht.

Besonders positiv fand ich den Schreibstil. Chris Chibnall schreibt flüssig und angenehm, sodass sich das Buch trotz seiner Länge gut lesen lässt. Auch die deutsche Übersetzung von Leena Flegler hat mir sehr gut gefallen. Die Sprache wirkt natürlich und liest sich angenehm, ohne dass man den Eindruck bekommt, einen übersetzten Text vor sich zu haben.

Die Figuren sind interessant und überwiegend authentisch gestaltet. Besonders das Ermittlerduo Nicola Bridge und Harry Ward hat mir gefallen. Die beiden unterscheiden sich in ihrer Erfahrung und Persönlichkeit, wodurch eine interessante Dynamik entsteht. Auch die Nebenfiguren tragen dazu bei, dass die Geschichte lebendig wirkt und die Atmosphäre einer kleinen Gemeinschaft gut eingefangen wird.

Ein deutlicher Kritikpunkt ist für mich allerdings die Auflösung des Falls. Das Motiv für den Mord fand ich nicht besonders überzeugend. Auch die eigentliche Aufklärung hat mich eher enttäuscht, da ich mir hier eine schlüssigere und zufriedenstellendere Lösung gewünscht hätte. Gerade weil die Geschichte zuvor durchaus Spannung aufbaut, fiel dieser Punkt für mich besonders ins Gewicht.

Trotz dieser Schwächen habe ich „Septembermord“ gerne gelesen. Wer ruhige, atmosphärische Krimis mit klassischer Ermittlungsarbeit und interessanten Charakteren mag, dürfte an dem Buch seine Freude haben. Insgesamt ein lesenswerter Kriminalroman mit einigen Längen und einer für mich nicht ganz gelungenen Auflösung, der mich durch seinen Schreibstil und seine Atmosphäre aber trotzdem gut unterhalten hat.