Bitte mehr davon!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
blackbeard Avatar

Von

„Septembermord“ von Chris Chibnall hat mich wirklich begeistert, denn das Buch bietet genau die richtige Mischung aus spannender Ermittlungsarbeit und den persönlichen Belangen des Teams. Als Nicola Bridge als neue Ermittlerin in der kleinen Polizeidienststelle anfängt, hat sie sofort mit akutem Personalmangel zu kämpfen. Die Dynamik zwischen ihr und den neuen Kollegen ist anfangs von beidseitigen Vorurteilen geprägt, wandelt sich im Laufe der Geschichte aber Schritt für Schritt in eine richtig gute, konstruktive Zusammenarbeit.

Der Schreibstil kommt zwar unaufgeregt daher, bietet aber alles, was ich mir in so einem Krimi wünsche. Der Autor formuliert so anschaulich, dass ich mir die Umgebungen und Szenen problemlos vorstellen konnte. Die Karte der Gegend auf den ersten Seiten war da nur das i-Tüpfelchen – ich mag es, wenn man zwischendurch kurz nachschauen kann, wie die Orte aus der Geschichte zueinander liegen. Auch die Dialoge wirken sehr lebendig: Durch eine gelungene Mischung aus direkter Rede, Beschreibungen und kursiv gedruckten Gedanken hatte ich als Leserin das Gefühl, hautnah dabei zu sein.
Die Geschichte selbst ist hervorragend konstruiert. Die Handlung folgt meistens den Ermittlungen, sodass man als Leser nur an ganz wenigen Stellen einen Wissensvorsprung hat. Das lädt unheimlich gut zum Miträtseln ein. Weil man so nah an Nicola und ihrem Team dran ist, kann man ihren Gemütszustand jederzeit nachempfinden – von der Erschöpfung durch den ständigen Schlafmangel bis hin zum Adrenalinkick, wenn sich endlich ein Durchbruch im Fall abzeichnet.

Alles in allem ein wirklich gut durchdachter und atmosphärischer Krimi. Ich habe die Ermittler bereits ins Herz geschlossen und würde mich riesig freuen, wenn wir noch einen weiteren Fall mit Nicola und ihrem Team lesen dürfen.