Ein gelungener Auftakt mit viel Geheimniskrämerei

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butterfly72 Avatar

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Bei Wynstone wird auf der Straße eine inszenierte männliche Leiche gefunden, der ein Hirschgeweih aufgesetzt wurde. Detective Nicola Bridge, die nach 15 Jahren gerade erst aus Liverpool nach Dorset zurückgekehrt ist, übernimmt die Ermittlungen.

Dies ist der Reihenauftakt zu Chris Chibnalls Krimireihe rund um Detective Sergeant Nicola Bridge und Detective Constable Harry Ward.

Nicola Bridge fand ich als Ermittlerin direkt interessant. Sie ist nach einigen Jahren in Liverpool mit ihrem Mann Mike und ihrem Sohn Ethan zurück in ihre Heimat gezogen. Gleichzeitig hat sie mit Schlafproblemen zu kämpfen, ist sehr streng mit sich selbst und zweifelt ziemlich oft an sich. Sie wirkt häufig gestresst und angespannt, und ich habe mich beim Lesen hin und wieder gefragt, was eigentlich dahintersteckt. Sie steckt offensichtlich in einer Identitätskrise, aber die neue Stelle und die neuen Kollegen scheinen ihr gut zu tun.

Dann wäre da noch Harry Ward. Er ist Quereinsteiger und noch ziemlich neu im Job. Nicola schüchtert ihn anfangs ganz schön ein, trotzdem will er unbedingt von ihr lernen. Bei den älteren Kollegen wird er gerne mal auf die Schippe genommen, was ihm natürlich überhaupt nicht gefällt. Da kommt ihm der Fall gerade recht, denn er möchte endlich zeigen, dass er mehr kann, als die anderen ihm zutrauen. Dabei ist er allerdings manchmal ein bisschen zu übereifrig.

Die beiden haben also nicht unbedingt den besten Start miteinander, beide mit Vorurteilen bestückt, aber genau das hat mir gefallen. Sie müssen sich erst zusammenraufen und ihren Weg als Team finden. Ihre Entwicklung fand ich spannend und ich bin neugierig, wie sich ihre Zusammenarbeit in den nächsten Bänden weiterentwickelt.

Der Fall selbst ist definitiv nichts für zarte Gemüter. Das Opfer ist ziemlich brutal inszeniert und gleichzeitig hat man ständig das Gefühl, dass in Fleetcombe irgendjemand etwas zu verbergen hat. Eigentlich kommt kaum jemand wirklich harmlos daher. Selbst beim Friseur oder beim Postboten fragt man sich irgendwann, was der eigentlich weiß. Dadurch entsteht eine richtig schöne Atmosphäre, bei der man immer wieder versucht, hinter die Fassaden der Bewohner zu schauen und herauszufinden, wer hier welches Geheimnis mit sich herumträgt.

Ein kleiner Kritikpunkt war für mich der Schreibstil. An manchen Stellen war mir das Ganze etwas zu ausschweifend, wodurch mein Lesefluss hin und wieder ins Stocken geraten ist. Ansonsten bin ich aber gut durch die Geschichte gekommen. Insgesamt hat mir "Septembermord" wirklich gut gefallen. Ich mochte die beiden Ermittler, den etwas schwierigen Start zwischen ihnen und vor allem die geheimnisvolle Stimmung. Der Fall war spannend, ohne dass für mich alles von Anfang an durchschaubar war.

Fazit: Für mich ein gelungener Reihenauftakt und ein Krimi, der definitiv neugierig auf mehr macht. Ich bin gespannt, was Nicola und Harry im nächsten Fall erwartet.