Ein makabrer Fund mitten in der Nacht: Warum mich dieses Buch sofort gepackt hat

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nardidyana Avatar

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Die abgedruckte Karte von West Dorset auf den ersten Seiten stimmt schon vor dem Lesen perfekt auf den Schauplatz ein und gibt dem Buch eine schöne, klassische Note. Der Einstieg in die Geschichte ist grandios gelungen. Chris Chibnall wirft einen ohne lange Umschweife direkt in ein absolut verstörendes Szenario: Eine festgebundene Leiche mitten auf der Straße, nackt und mit einem Hirschgeweih auf dem Kopf. Was wie ein skurriler Einzelfall wirkt, zieht schnell immer größere Kreise durch ein eigentlich ruhiges Küstendorf. Die Handlung entfaltet sich über verflochtene Perspektiven und zeichnet nach und nach ein richtig dichtes Netz aus Geheimnissen. Der Schreibstil liest sich herrlich flüssig, präzise und lebendig – ein großes Lob geht hier auch an die Übersetzerin Leena Flegler, die den britischen Tonfall super ins Deutsche übertragen hat. Besonders stark sind die Figuren gezeichnet. Nicola Bridge ist als Ermittlerin erfrischend menschlich, geplagt von Schlaflosigkeit und eigenen Zweifeln. Aber auch die Nebenfiguren, vom gestressten Paketboten bis zum Friseur, wirken extrem nahbar und nah am echten Leben. Spannend war das Buch für mich vor allem durch Chibnalls Hintergrund: Als Schöpfer von Serien wie Broadchurch versteht er es einfach meisterhaft, eine bedrückende Kleinstadt-Atmosphäre aufzubauen, in der gefühlt jeder etwas zu verbergen hat. Chris Chibnall liefert hier einen vielschichtigen, packenden und psychologisch starken Kriminalroman ab. Wer atmosphärische britische Krimis mit viel Tiefe und tollen Charakteren mag, sollte hier definitiv zugreifen!