Ein Toter – grotesk in Szene gesetzt

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Jim Tiernan, der dem Leben sehr zugewandte Wirt des White Hart, wird tot aufgefunden - geradezu grotesk in Szene gesetzt. Seine Leiche ist an den Stuhl gefesselt, der mitten auf der Straße steht, auf Jims Kopf thront ein riesiges Hirschgeweih. Detective Nicola Bridge und DC Harry Ward werden mitten in der Nacht an diesen Fundort gerufen. Was wollte der Täter ihnen angesichts dieser Inszenierung sagen? Diese Frage drängt sich unweigerlich auf.

Es ist der erste Fall für das Ermittlerduo Bridge und Ward. Nicola Bridge hat sich aus privaten Gründen hierher, ins westliche Dorset, versetzten lassen, ihr Kollege Harry Ward ist Seiteneinsteiger, beide sind sie sehr motiviert, beide müssen sie aber erst zusammenfinden.

Der Story vorangestellt ist eine Karte mit den einzelnen Schauplätzen zu diesem Krimi. In Fleetcombe ist Jims White Hart zu finden, ein einfaches Pub für all jene, die keine besonderen Ansprüche stellen. Ganz anders das Fox, das eher gehobenes Publikum anzieht, betrieben von Ayesha Barton. Daneben sind es Eddie, der Paketbote und Frankie, der Friseur, die Ukrainerin Irina, Jims Schwester Patricia und Deakins, dessen Hof nahe Fleetcombe liegt und ein kleines, etwa neun Jahre altes Mädchen, das – wie wir erst später erfahren – Shannon heißt, die alle mit Jims Tod zu tun haben könnten oder die zumindest mehr wissen, als sie zugeben. Auch mischen noch etliche, meist doch recht sonderbare Gestalten, mit, keiner ist zu durchschauen. Alle schweigen.

Es ist ein eher ruhiger Krimi, der neben dem eigentlichen Fall, der sofort präsent ist, zunächst den Focus auf die einzelnen Personen legt. Und da sind lange zurückliegende Verbrechen, die Ähnlichkeiten mit dem heutigen Mord aufweisen. Seltsam auch, dass den Morden damals – es waren drei – jeweils ein Feuer vorausging, das meilenweit zu sehen war. Genau so wie heute.

„Chris Chibnall hat das britische TV-Krimidrama geprägt“, wie ich über ihn und seine Arbeiten lese. Mir jedoch war er vor „Septembermord“ unbekannt. Dieser Reihenauftakt um Bridge und Ward ist vielversprechend, der unaufgeregte Schreibstil fesselt auch dank der geheimnisumwitterten Charaktere und der durchweg bedrückenden Stimmung ungemein. Der Schluss dann – wer es denn wirklich war und warum - hat mich komplett überrascht, wenngleich das Warum für meine Begriffe nicht ganz schlüssig ist. Nichtsdestotrotz habe ich mich gut unterhalten gefühlt, die Spannung war durchweg da - bis zum für die Täterperson bitteren Ende.