Ab in den Schlangenzug: Ein fantasievoller Reihenauftakt

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Eine gesunde Skepsis gegen Schlange ist sicherlich angebracht und trotzdem mag ich Schlangen deutlich mehr als Spinnen. Die finde ich wirklich gruselig und bin froh eine Frau an meiner Seite zu haben, die sich dem Problem im Haus annimmt. Dieser kurze Exkurs musste sein, denn das Buch, um das es im Folgenden geht, handelt von Schlangen.

Der Titel des Buches lautet dann passenderweise auch Serpentis, lateinisch für Schlange, und zeigt auf dem Cover einen Zug in Schlangenoptik. Daneben steht ein kleiner Junge, unser Protagonist Stein. Auch der Untertitel des ersten Bandes der Reihe „Das Rätsel der Schlangen“ ist eindeutig. Das Kinder- und Jugendbuch stammt aus der Feder der finnischen Autorin Silja Sillanpää und liegt nun bei Oetinger in der deutschen Übersetzung vor. Die Autorin schreibt eigentlich fürs Fernsehen, Serpentis ist ihr erstes Buch. Apropos Buch, darin finden sich zahlreiche Illustrationen, diese stammen vom erfahrenen Buch-Illustrator Pasi Pitkänen.

Zum Inhalt
Wie bereits geschrieben begleiten wir Stein, einen kleinen Jungen, auf einem großen Abenteuer. Er lebt, seit seine Mutter verschwunden ist, mit einer kleinen Schlange als besten Freund, bei seinen Großeltern. Er stolpert, kurz nachdem diese in ein Pflegeheim gebracht wurden, in ein Loch und landet auf einem unterirdischen Bahnhof. Dort sammelt in Dia auf und nimmt ihn mit in den Schlangenzug. Gemeinsam mit ihr erkundet er den seltsamen Zug und in ihm keimt die Hoffnung seine Mutter im Zug zu finden. Dabei muss er allerlei Geheimnisse lüften und die verschiedenen Abteile des Zuges erkunden. Dabei entpuppt sich seine Schlange als großartige Unterstützung.

Handwerkliches
Serpentis lebt zu Beginn eher von den Illustrationen als von der Story. Diese ist, bis Stein am Zug ankommt, recht flach, gerade so, als hätte die Autorin keine gute Idee gehabt darauf hinzuarbeiten. Im Zug sind die Illustrationen und die Story gleichwertig auf hohem Niveau. Die Beschreibungen sind bildgewaltig und werden durch die Illustrationen zu tollen Bildern im Kopf. Die Story ist spannend und es gelingt schnell eine Mischung aus Der goldene Kompass und Snowpiercer herzustellen, die es in sich hat. Tolle Figuren treffen auf durchdachte Hintergründe in allen Abteilen und einen überzeugenden Antagonisten. Hier sind auch am Ende noch genug Geheimnisse offen und man darf sich auf Band 2 freuen.

Fazit
Serpentis – Das Rätsel der Schlangen ist ein fantasievolles und atmosphärisches Kinder- und Jugendbuch, das vor allem durch seine großartigen Illustrationen und die spannende Geschichte im Schlangenzug überzeugt. Zwar braucht die Handlung zu Beginn etwas, um in Fahrt zu kommen, doch sobald Stein den Zug erreicht, entwickelt sich ein packendes Abenteuer mit interessanten Figuren, faszinierenden Schauplätzen und jeder Menge Geheimnissen. Die Mischung aus Der goldene Kompass und Snowpiercer funktioniert dabei erstaunlich gut und macht Lust auf mehr. Dass am Ende noch einige Fragen offenbleiben, weckt die Vorfreude auf den zweiten Band. Ein gelungener Reihenauftakt, der nach einem etwas holprigen Start zu überzeugen weiß und nicht nur jungen Schlangen- und Fantasyfans gefallen dürfte.