sehr kreatives Setting, wundervolle Illustrationen

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simonef Avatar

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Der 12-jährige Stein wächst bei seinen Großeltern auf, da seine Mutter unter mysteriösen Umständen verschwand, als Stein noch ein kleines Kind war. Als er sich mit seiner Schlange Niji auf die Suche nach seiner Mama macht, findet er sich nach einem Sturz durch ein Loch in der Unterwelt und in einem geheimnisvollen Schlangenzug wieder, wo er auf höchst skurrile Mitreisende trifft.

Der Fantasy-Sektor boomt bei den Kinder- und Jugendbüchern, und oft habe ich den Eindruck, dass sich Themen und Grundideen ähneln. „Serpentis – Das Rätsel der Schlangen“ von Silja Sillanpää ist da eine bemerkenswerte Ausnahme, die meinen Sohn (12) und mich schon durch das außergewöhnliche Setting richtig neugierig gemacht hat. Ebenso kreativ wie der Inhalt sind die atmosphärischen, teils doppelseitigen Illustrationen von Pasi Pitkänen, die die Geschichte kongenial ergänzen. Mein Sohn (12) ist seit der von Pitkänen illustrierten „Schatten“-Trilogie (Autor Timo Parvela) ein großer Fan und wollte schon allein wegen Pitkänens künstlerischer Gestalung „Serpentis“ unbedingt lesen.

Stein erzählt aus der Ich-Perspektive so lebendig und kurzweilig, dass wir bereits nach wenigen Zeilen komplett in das Buch eintauchen konnten und das Gefühl hatten, Stein würde direkt neben uns sitzen und uns mit in sein Abenteuer nehmen. Schlangen gehören eigentlich nicht zu den Tieren, in deren Nähe ich mich wohlfühle, aber die niedliche Niji muss man einfach gernhaben. Für Schlangen-Phobiker würde ich das Buch allerdings nicht empfehlen, da sich diese Reptilien durch die gesamte Handlung schlängeln. Auf Stein warten in den teils sehr originell gestalteten Abteilen des Schlangenzuges unterschiedlichste Rätsel, die es zu lösen gilt, und kuriose Begegnungen mit teils schrägen Charakteren.

Nicht alles erklärt sich sofort, und man muss sich erst ein bisschen auf die ungewöhnliche Welt im Untergrund-Zug einlassen. Da es sich um den Auftakt einer Trilogie handelt, bleiben am Ende noch einige Fragen offen, die hoffentlich in den beiden Folgebänden, die 2027 erscheinen werden, beantwortet werden. Wir sind so gespannt, dass wir am liebsten sofort den Anschlusszug zu Band 2 auf dem „Gleis der Finsternis“ nehmen würden!

Fazit: Eine klare Leseempfehlung an alle ab 10 Jahren, die Spaß an skurriler Fantasy haben und sich gerne auf etwas komplett Neues einlassen möchten!