Der Traum vom Fliegen

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wolfram Avatar

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Die Geschichte ist märchenhaft-schön. Ein Kind nach dem anderen lernt von einem seltsamen, plötzlich aufgetauchten Jungen, durch spezielle Bewegung der Arme und Beine, wie man fliegt. Erst, nachdem die ganze Klasse nach und nach diese besondere Fähigkeit gelernt hat, dürfen sie innerhalb der Gruppe darüber reden und verabreden sich fast jeden Tag, um die Landschaft von oben zu betrachten, die Freiheit des Fliegens zu genießen.
So stimmungsvoll die Landschaften beschrieben werden, so sparsam wurde auf die Kinder eingegangen.
Man bekommt den Eindruck, dass die Autorin so wenig in der Lage ist, sich in die Gefühlswelt von Kindern einzufühlen, dass sie die komplette Handlung distanziert von außen beschreibt - so, wie wenn man spielenden Kindern zuschauen. Jener tut dieses, jene macht das, danach sagen oder tun sie jenes. Es gibt praktisch keinen inneren Monolog, keine Gedanken.
Auch Streit zwischen dem Jungen und einem der Schüler wird stark von außen beschrieben, die reizen sich, prügeln sich fast, dann ists wieder vorbei.

Schöne Idee, dass Orte, Häuser und Namen stark mit der Vogelwelt verbunden sind: Aviary Hall (Vogelhaus) heißt das Haus, in dem die beiden Protagonistinneen Charlotte und Emma mit ihrem Großvater wohnen. Kinder heißen Maggot (Made - Lieblingsfutter einiger Vögel), Thomas Feather, Charlotte wird "eingebildete Schnepfe" genannt...
Fast jedes der Kinder hat einen richtigen Namen und noch einen Spitznamen - was es manchmal schwierig macht, die Figuren zu unterscheiden. Ist aber auch nicht wichtig, da die meisten entweder passiv sind oder einen einzigen Charakter haben (vorlaut, leicht aggressiv und eifersüchtig)...

Ich erinnere mich da an thematisch ähnlich angesiedelte Bücher wie "Kleiner Pelz" (im ersten Band geht es um das traumhafte Fliegen mit Hilfe von Elfenflügeln, es muss ein Geheimnis bleiben), bei dem die Gefühlswelt des kleinen Protagonisten "offen wie ein Buch" war, man mit dem kleinen Pelz mitfieberte, mitlitt, wenn er ungerecht behandelt wurde, und ihn hautnah auf seinen Abenteuern begleitete.
"Sie flogen einen Sommer lang" wird es wohl nicht auf meine "Heb ich für die Enkel auf" Liste schaffen, auch wenn es ein schönes Buch mit einer hübschen Geschichte ist.