Die Melancholie eines endlosen Sommers und die stillen Herausforderungen des Heranwachsens.

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marie.elleen Avatar

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Eine tiefgründige Geschichte, die schwerelos dahingleitet wie eine Schwalbe am Sommerhimmel und zugleich die leise Spannung eines aufziehenden Windes in sich trägt.

Über der ganzen Geschichte liegt immer wieder dieses Gefühl eines endlosen Sommers, von dem man zugleich weiß, dass er nicht bleiben kann. Darin liegt ihre leise Melancholie.
Im Zentrum steht Charlotte, eine wunderbare Hauptfigur: neugierig und verträumt, und doch aufmerksam für die feinen Risse in dem, was um sie herum geschieht. Während die anderen Kinder das Abenteuer einfach annehmen und den Sommer genießen, spürt sie früh, dass der geheimnisvolle Junge etwas mit sich trägt, das unausgesprochen bleibt. Aus dieser Ahnung entsteht eine stille Spannung, die sich durch die ganze Geschichte zieht und mich bis zum Ende nicht losgelassen hat.
Im Kern geht es um das allmähliche Verstehen von Grenzen, um Loslassen und um das Wissen, dass jedes Schweben irgendwann ein Zurück verlangt. Ein „Wieder-Landen“, das nicht als Bruch erzählt wird, sondern als Teil des Weges. Freundschaft und das Zwischenmenschliche sind dabei präsent.
Gerade diese Tiefe des menschlichen Heranwachsend hat mich berührt. Das Buch erklärt nicht, es drängt nicht, es vertraut darauf, dass das Ungesagte wirkt.
Mein Fazit bleibt schlicht: Ich habe es sehr gerne gelesen. Weil es anders ist, weil es still ist, weil es sich Zeit nimmt. Es hat sich etwas von früheren Lesezeiten bewahrt. Ein Buch, das Raum lässt – für Gedanken, für Bilder, für eigene Wege im Text. Und für eine Sprache, die viel in sich trägt.
Auch die Illustrationen tragen diese besondere Stimmung des Buches in sich. Sie wirken nicht klar umrissen oder bis ins Detail ausgearbeitet, sondern wie Erinnerungen – poetisch und ein wenig melancholisch - wunderbar passend.