Anders und doch klar!

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lesestern Avatar

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Dieser Roman nimmt seine Leser auf eine ganz besondere Weise in das Erleben neurodivergenter Menschen mit hinein.

Ozzy ist in der dritten Klasse und hat gerade mit seinen Eltern verschiedene Diagnosesitzungen und Gespräche hinter sich und ist nun „diagnostiziert“. Anders als seine Mutter, die ebenfalls ADHS hat, aber in ihrer Kindheit einfach als „etwas wild“ bezeichnet worden ist.

In diesem Ausschnitt ihres Lebens erleben beide allein und zusammen ihren „Supergau“. Der Vater kann gerade wegen einer Verletzung nicht zu Hause sein, durch Ozzy und seine Freunde ist das Schulkaninchen ausgebüxt und dann in den Rasenmäher geraten und die Großmutter ist aus dem Krankenhaus verschwunden.

Wie die beiden diese Situationen, die sich auch noch zuspitzen, mit ihrem besonderen Nervenkostüm managen ist in einer besonders feinfühligen Weise von der Autorin beschrieben worden.

Dadurch, dass sie die Lesenden sehr stark an den Gedanken der beiden teilhaben lässt, sind ihre Reaktionen und Gefühle sehr gut nachvollziehbar. Man kommt ihnen sehr nah, kann alles miterleben und fühlt einfach mit.

Wie die Autorin Neurodiversität hier beschreibt, ist nicht oberflächlich, klischeehaft oder verurteilend, sondern sehr menschlich, differenziert und hilft, zu verstehen.

Ein bemerkenswertes Buch über ein anderes Erleben!