Flöte ist tot... und dann?
Flöte ist tot und Oz ist daran Schuld. Nur wie soll er es seiner Mutter Anne erzählen? Wie die richtigen Worte finden - für das was passiert ist und den Brief in seinem Rucksack von der Lehrerin? Wie verhindern, dass er beim Erzählen abschweift und sich in seinen eigenen Gedanken verheddert. Das mag Anne nämlich nicht. Sie hat ja schon genug zu tun in ihrem Job an der Uni und mit Oz auch - vor allem seit sie alleinerziehend ist. Dann kann sie manchmal nicht anders als laut zu werden. Und jetzt ist da auch noch ihre Mutter, die scheinbar weggelaufen ist aus dem Krankenhaus.
Nachdem ich bereits von “Wir ohne Wal” wahnsinnig begeistert war - von der nachdenklichen, leisen Sprache der Autorin, der Leichtigkeit mit der sie in wenigen Sätzen ihre Charaktere entwirft - war ich auch bereits nach wenigen Seiten von “Sie wollen uns erzählen” komplett eingenommen.
Mit viel Feingefühl nimmt sich Birgit Birnbacher dem Thema Neurodivergenz an. Sie zeichnet ein liebevolles Bild ihrer beiden Hauptcharaktere und gibt ihnen eine Tiefe, eine Empfindsamkeit, die in der Realität oft nicht wahrgenommen wird. Die mit den Worten “ADHS” beiseite gewischt wird, gefolgt von Versuchen, die Charaktere zurecht zu biegen, in eine Form zu pressen.
Meiner Meinung nach hätte es nicht viel mehr gebraucht, um einen wundervollen Roman zu schreiben. Aber dann nimmt die Geschichte plötzlich an Fahrt auf, wird mindestens so laut wie ihre Hauptcharaktere und büßt dabei leider einiges an ihrer ursprünglichen Tiefe ein. Im Gegenteil, werden plötzlich Nebencharaktere, wie Annes Schwester Nelly, so klischeehaft dargestellt, das es für mich fast konträr zum Titel des Buches und seinem vermeintlichen Anti-Schubladendenken steht.
Insgesamt lässt mich “Sie wollen uns erzählen” etwas ratlos zurück. Für Menschen, die sich über eine plotgetriebene Geschichte zum Thema Neurodivergenz und Familienzusammenhalt freuen, würde ich es weiterhin empfehlen. Ich habe mich leider von dem Buch ab der Hälfte etwas im Stich gelassen gefühlt.
Nachdem ich bereits von “Wir ohne Wal” wahnsinnig begeistert war - von der nachdenklichen, leisen Sprache der Autorin, der Leichtigkeit mit der sie in wenigen Sätzen ihre Charaktere entwirft - war ich auch bereits nach wenigen Seiten von “Sie wollen uns erzählen” komplett eingenommen.
Mit viel Feingefühl nimmt sich Birgit Birnbacher dem Thema Neurodivergenz an. Sie zeichnet ein liebevolles Bild ihrer beiden Hauptcharaktere und gibt ihnen eine Tiefe, eine Empfindsamkeit, die in der Realität oft nicht wahrgenommen wird. Die mit den Worten “ADHS” beiseite gewischt wird, gefolgt von Versuchen, die Charaktere zurecht zu biegen, in eine Form zu pressen.
Meiner Meinung nach hätte es nicht viel mehr gebraucht, um einen wundervollen Roman zu schreiben. Aber dann nimmt die Geschichte plötzlich an Fahrt auf, wird mindestens so laut wie ihre Hauptcharaktere und büßt dabei leider einiges an ihrer ursprünglichen Tiefe ein. Im Gegenteil, werden plötzlich Nebencharaktere, wie Annes Schwester Nelly, so klischeehaft dargestellt, das es für mich fast konträr zum Titel des Buches und seinem vermeintlichen Anti-Schubladendenken steht.
Insgesamt lässt mich “Sie wollen uns erzählen” etwas ratlos zurück. Für Menschen, die sich über eine plotgetriebene Geschichte zum Thema Neurodivergenz und Familienzusammenhalt freuen, würde ich es weiterhin empfehlen. Ich habe mich leider von dem Buch ab der Hälfte etwas im Stich gelassen gefühlt.