Leben mit ADHS
Der 9jährige Oz hat ADHS, das beschert ihm ein Leben als Außenseiter. Hin und her gezerrt zwischen dem drohenden Etikett unbeschulbar und einem Zeugnisschnitt von 1,2 ist er vor allem eines: anders als die anderen Kinder. Nicht einfach ist das für seine alleinerziehende Mutter Ann, die das jedoch zur Genüge kennt. Sie ist selber betroffen und hat das Leben mit ihrem Sohn nur mühsam unter Kontrolle. Als Ozzy etwas wirklich Schlimmes in der Schule erlebt weiß er, dass der Start in die Sommerferien unter einem schlechten Stern steht. Doch dann passieren viel wichtigere Dinge, um die man sich erst einmal kümmern muss.
Es ist sehr interessant zu lesen, wie unterschiedlich sich die beiden Generationen mit ihren Problemen auseinander setzen müssen. Damals auf dem Dorf hatte man noch keine Diagnose, da galten Ann und ihre Schwester als wild, rastlos und sonderbar. Da wurde das Aufmüpfige noch in einer ungewollten Lehre ausgetrieben, aus der die Schulabbrecherin desillusioniert, essgestört und orientierungslos hervorgegangen ist. Doch Ann hat ihr Leben gemeistert, hat ihren Beruf ihn der Wissenschaft der Soziologie gefunden. Dass die Ehe nicht gehalten hat lag nicht zuletzt an ihrer eigenen Störung, das schwierige Kind verlangt den Eltern zusätzlich zu viel ab. Ann liebt ihren Sohn abgöttisch, sie möchte ihn vor allem beschützen. Vor den anderen Kindern, deren Eltern, den Lehrern und allen Menschen, die den beiden mit ihrem Verhalten zusätzlich das Leben schwer machen.
Doch auch Ozzy hat es nicht leicht mit der Gefühlswelt seiner Mutter. Sein eigenes Anderssein hat er mehr oder weniger akzeptiert, doch ihre Reaktionen sind oft für ihn nicht leicht zu ertragen. Oft wird sie laut und unbeherrscht, so dass er manchmal Angst hat, seine Mutter läuft einfach über.
Solche Formulierungen sind es zum Beispiel, mit denen Birgit Birnbacher das Leben von Mutter und Sohn mit ADHS sehr einfühlsam und feinfühlig beschreibt. In einer wunderbaren Sprache drückt sie die bedingungslose Liebe zwischen diesen beiden besonderen Menschen aus und erzählt schonungslos auch von den Schwierigkeiten, die das Anderssein mit sich bringt. Außerdem entwickelt sich eine echte Abenteuergeschichte, bei der auch Anns ungewöhnliche Schwester Nell keinen geringen Anteil hat.
Es ist ein besonderer Roman, der mir viel Spaß beim Lesen bereitet hat und das Thema ADHS auf ganz unspektakuläre Weise im Fokus hat. Dies hat mir eine ganz andere Sichtweise auf betroffene Kinder und auch Erwachsenen eröffnet. Wenn die Autorin selber keinen engen Bezug zu Menschen mit ADHS hat, dann hat sie hervorragend recherchiert und mit viel Einfühlungsvermögen und einer Prise Humor diese unterhaltsame Geschichte erzählt. Eine unbedingte Empfehlung für alle, die einen schönen Schreibstil und eine interessante Geschichte über Zwischenmenschliches zu schätzen wissen.
Es ist sehr interessant zu lesen, wie unterschiedlich sich die beiden Generationen mit ihren Problemen auseinander setzen müssen. Damals auf dem Dorf hatte man noch keine Diagnose, da galten Ann und ihre Schwester als wild, rastlos und sonderbar. Da wurde das Aufmüpfige noch in einer ungewollten Lehre ausgetrieben, aus der die Schulabbrecherin desillusioniert, essgestört und orientierungslos hervorgegangen ist. Doch Ann hat ihr Leben gemeistert, hat ihren Beruf ihn der Wissenschaft der Soziologie gefunden. Dass die Ehe nicht gehalten hat lag nicht zuletzt an ihrer eigenen Störung, das schwierige Kind verlangt den Eltern zusätzlich zu viel ab. Ann liebt ihren Sohn abgöttisch, sie möchte ihn vor allem beschützen. Vor den anderen Kindern, deren Eltern, den Lehrern und allen Menschen, die den beiden mit ihrem Verhalten zusätzlich das Leben schwer machen.
Doch auch Ozzy hat es nicht leicht mit der Gefühlswelt seiner Mutter. Sein eigenes Anderssein hat er mehr oder weniger akzeptiert, doch ihre Reaktionen sind oft für ihn nicht leicht zu ertragen. Oft wird sie laut und unbeherrscht, so dass er manchmal Angst hat, seine Mutter läuft einfach über.
Solche Formulierungen sind es zum Beispiel, mit denen Birgit Birnbacher das Leben von Mutter und Sohn mit ADHS sehr einfühlsam und feinfühlig beschreibt. In einer wunderbaren Sprache drückt sie die bedingungslose Liebe zwischen diesen beiden besonderen Menschen aus und erzählt schonungslos auch von den Schwierigkeiten, die das Anderssein mit sich bringt. Außerdem entwickelt sich eine echte Abenteuergeschichte, bei der auch Anns ungewöhnliche Schwester Nell keinen geringen Anteil hat.
Es ist ein besonderer Roman, der mir viel Spaß beim Lesen bereitet hat und das Thema ADHS auf ganz unspektakuläre Weise im Fokus hat. Dies hat mir eine ganz andere Sichtweise auf betroffene Kinder und auch Erwachsenen eröffnet. Wenn die Autorin selber keinen engen Bezug zu Menschen mit ADHS hat, dann hat sie hervorragend recherchiert und mit viel Einfühlungsvermögen und einer Prise Humor diese unterhaltsame Geschichte erzählt. Eine unbedingte Empfehlung für alle, die einen schönen Schreibstil und eine interessante Geschichte über Zwischenmenschliches zu schätzen wissen.