Unglaublich spannend und gut erzählt

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
philo Avatar

Von

Dieses Buch hat mich mitgenommen in eine Welt, die mir bisher weitgehend unbekannt war. Zwar kenne ich ADHS, aber so nahe gebracht wurde mir das bisher nicht. Oz hat ADHS und tut sich schwer in seiner normalen Umgebung. Auch seine Mutter Anne hat ADHS, was bei ihr als Kind aber nicht diagnostiziert wurde, sondern als zu lebhaft und quirlig bezeichnet wurde. Oz ist ein empfindsamer Junge, der sich voll und ganz auf seine Mutter eingestellt hat. Er weiß genau, wann und wie er ihre Aufmerksamkeit erreichen kann, aber nach der Zeugnisausgabe, in dem ihm der Übergang zum Gymnasium bestätigt wird, hat er noch einen Brief von der Schule erhalten, von dem er nicht weiß, wie er seiner Mutter den Inhalt erklären soll. Aber die Mutter interessiert sich gar nicht für den Brief. Sie hat andere Sorgen. Ihre Mutter ist aus der Klinik weggelaufen. Sie will sich dort nicht operieren lassen. Kurzentschlossen begeben sich Mutter und Sohn auf die Suche.
Dieses Buch ist etwas ganz besonderes. Die Autorin erzählt mit viel Feingefühl und Empathie die Geschichte von Oz, den ich ins Herz geschlossen habe. Er ist absolut zuverlässig und wißbegierig und trägt viel zur Rettung der Oma bei. Daß sein Vater die Familie verlassen hat, weil er sowohl seine Frau als auch seinen Sohn für zu schwierig befindet, ist feige und rücksichtlos. Er hätte sich mit seiner Familie auseinandersetzen sollen. Daß Oz seiner verantwortungslosen Tante, die ihn in einem Feriencamp abgeben sollte dies aber nicht tut, davonläuft, zeugt von Entschlossenheit und Selbstverantwortung. Er will zurück zu seiner Mutter. Dort fühlt er sich geborgen. Die Autorin hat ihren Lesern Menschen mit ADHS und ihren besonderen Fähigkeiten nahegebracht. Dafür meinen Respekt und meine Anerkennung und eine besondere Leseempfehlung.