Unsere Nerven, beharrlich und stur

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
käthe Avatar

Von

Der Klappentext des Buches verspricht eine intensive, humorvolle und zugleich empathische Geschichte über Oz, ein Kind mit ADHS, und seine Mutter, die ebenfalls mit sich und der Umwelt ringt. Genau dieses Versprechen löst Birgit Birnbacher auf eine sehr eigene Weise ein.
Auffällig ist zunächst der fast sprunghafte Schreibstil. Er wirkt stellenweise bewusst unruhig und vermittelt beim Lesen tatsächlich das Gefühl, selbst in einer ADHS-Wahrnehmung zu stecken. Gedanken, Eindrücke und Emotionen folgen nicht immer einer klaren Linie, das wirkt zu Beginn etwas anstrengend, ist aber in gewisser Hinsicht auch eine Stärke des Romans: Die innere Welt der Figuren wird nicht nur beschrieben, sondern erfahrbar gemacht. Besonders gelungen ist dabei auch die Darstellung, wie die Umwelt auf Oz reagiert – zwischen Überforderung, Zuschreibung und Missverständnis.

Der Einstieg in die Geschichte gestaltet sich allerdings etwas schleppend. Es Die Rückseite des Buches verspricht eine intensive, humorvolle und zugleich empathische Geschichte über Oz, ein Kind mit ADHS, und seine Mutter, die ebenfalls mit sich und der Umwelt ringt. Genau dieses Versprechen löst Birgit Birnbacher auf eine sehr eigene Weise ein.

Auffällig ist zunächst der zackige, fast sprunghafte Schreibstil. Er wirkt stellenweise bewusst unruhig und vermittelt beim Lesen tatsächlich das Gefühl, selbst in einer ADHS-Wahrnehmung zu stecken. Gedanken, Eindrücke und Emotionen folgen nicht immer einer klaren Linie – und genau darin liegt eine große Stärke des Romans: Die innere Welt der Figuren wird nicht nur beschrieben, sondern erfahrbar gemacht. Besonders gelungen ist dabei auch die Darstellung, wie die Umwelt auf Oz reagiert – zwischen Überforderung, Zuschreibung und Missverständnis. So spürt man beispielsweise die innere Zerrissenheit Ozzys über den “Kaninchen-Vorfall über die gesamte Story hinweg.
Der Einstieg in die Geschichte gestaltet sich allerdings etwas schleppend. Es dauert eine Weile, bis man wirklich in den Rhythmus des Buches hineinfindet. Doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto stärker entfaltet sie ihre Wirkung. Mit der Zeit entsteht eine emotionale Nähe zu den Figuren, und man beginnt, ihre Perspektiven nachzuvollziehen und mit ihnen mitzufühlen.
Irritierend wirken mitunter einige Szenen, insbesondere im Zusammenhang mit der Mutter Zäzilia, die teilweise seltsam oder schwer greifbar erscheinen. Auch der Nachbar, der über das gesamte Buch hinweg lediglich als „der Leipziger“ bezeichnet wird, obwohl er keine unwesentliche Rolle spielt, kann beim Lesen etwas störend wirken.
Trotz dieser Schwächen gelingt es der Autorin bemerkenswert gut, auf vergleichsweise wenigen Seiten die komplexe Lebenswelt von Mutter und Sohn zu zeichnen. Beide Figuren, geprägt von ADHS, bewegen sich durch eine überfordernde Umwelt, und genau dieses Spannungsfeld wird eindrücklich und nahbar dargestellt.
Insgesamt ist der Roman eine ungewöhnliche, aber auch eindringliche Lektüre, die vor allem durch ihre authentische Darstellung von Wahrnehmung und zwischenmenschlicher Dynamik überzeugt.