Solides erstes Buch, aber verbesserungswürdig

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likeastorm Avatar

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Der erste Thriller von Gunnar Schwarz handelt von der Psychologin Frieda Rubens, die von ihrem Exfreund Marc, Polizist, zu einem Mordfall dazu geholt wird. Es handelt sich um einen Serienmörder, der Zeichen und Symbole in die Körper der Opfer schneidet. Wer ist er, wer sind die nächsten Opfer und was will er mit der Symbolik aussagen? Können sie weitere Morde verhindern?
Ich gehe von außen nach innen: Das Cover ist wirklich toll und springt ins Auge. Ich mag den Kontrast und den Zusammenhang mit dem Titel.
Das Buch mit einem Brief vom Mörder beginnen zu lassen ist echt spannend und man will direkt weiterlesen. Die Vorstellung der Charaktere ist natürlich nicht ganz so spannend, aber nötig. Zwischendurch steigt die Spannung an, fällt dann aber auch immer wieder ab. Für mich persönlich hat es sehr lange gedauert bis die Spannung anständig hoch war und auch blieb und das kam erst zum Ende hin. Ich denke der Grund dafür war, dass für mich sehr viele Aspekte der Geschichte vorhersehbar waren.
Die Charaktere und ihre Handlungen waren für mich teilweise nicht authentisch und nachvollziehbar und nur wenige waren mir sympathisch, wie bspw. Paulsen. Die meisten hatte eine komische Art und Weise mit der ich mich nicht identifizieren konnte. Marcs Charakter bestand vor allem aus fluchen. Außerdem gefiel mir das anfängliche Verhalten von Frieda und Marc nicht, sie sind zwar Exfreunde, aber das Verhalten war einfach kindisch. In den emotionalen Szenen konnte man sich dennoch gut in die Personen hineinversetzen.
Das Ende war teilweise vorhersehbar, aber logisch und endete auf einem spannenden Cliffhanger, der an das nächste Buch der Reihe anknüpft.
Es zieht sich ein klarer roter Faden durch das Buch, der auch im Zusammenhang mit dem Titel steht. Die Idee mit der Mythologie ist interessant. Zum Ende hin scheint es aber als müsse das Buch nun schnell fertig werden und dadurch gehetzt. Die Handlung konnte aber im Großen und Ganzen überzeugen.
Was mir allerdings wirklich sauer aufgestoßen ist, waren die Rechtschreib- und Logikfehler. Ich hatte das E-Book für das Kindle und es waren wirklich außergewöhnlich viele Rechtschreibfehler drin, um die 15 Stück, wenn ich mich recht entsinne. Das reißt einfach unglaublich aus dem Lesefluss und regt irgendwann einfach auf. Da auch noch Logikfehler dazu kommen, frage ich mich, ob das Buch überhaupt einem Korrektorat/Lektorat unterzogen wurde. Beispielsweise wird nicht erklärt, wie Frieda direkt auf die richtige Mythologie kommt, warum kann es nicht z.B. ägyptisch sein? Der größte Logikfehler war allerdings ein Zeitsprung, als Frieda in einem Kapitel sagt es wären noch zwei Wochen bis zum nächsten Mord und ein paar Kapitel weiter heißt es, dass seit diesem Zeitpunkt schon drei Wochen vergangen seien und der Mord bald stattfindet. Diese Sachen hätten nicht sein müssen.
Alles in allem ist es ein solides erstes Buch für den Autor, aber dementsprechend gibt es noch viel zu verbessern. Wem das nichts ausmacht, kann das Buch gerne lesen, denn die Idee der Symbolik ist wirklich spannend und ich mag die Briefe als Einblicke in den Mörder.