Geheimnisse im Unterholz und zwei Seelen auf der Flucht

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bobo_hamburg Avatar

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In "Silent Whispers" von Sophia Como geht es um Giulia, die völlig erschöpft und ohne echtes Ziel durch die Räume der Wildnis flieht, nur mit einer Karte und den Dämonen ihrer Vergangenheit im Gepäck. Als sie sich im Wald verletzt, trifft sie auf den jungen Deputy Scott, der selbst mit familiären Traumata und Schuldgefühlen zu kämpfen hat.

Das Buch ist ein emotionales Drama mit New-Adult-Elementen und meiner Meinung nach perfekt für Jugendliche ab fünfzehn Jahren geeignet, die tiefgründige Geschichten lieben.

Das Cover verströmt schon auf den ersten Blick diese typische, leicht melancholische Atmosphäre, die perfekt zum Genre passt. Die Gestaltung harmoniert mit dem poetischen Titel und fängt die verletzliche Stimmung der Geschichte super ein, ohne direkt zu viel über das Setting oder die Handlung zu verraten.

Besonders gut gefallen hat mir der geniale Einstieg über den Prolog mit der Metapher des Gerstenfeldes. Wie die harten Grannen den Schmerz beschreiben, der sich hinter einer schönen Fassade verbirgt, hat mich emotional sofort abgeholt. Auch der Wechsel zwischen Giulias panischer Perspektive und Scotts zerrissener Sichtweise sorgt dafür, dass man sofort Mitleid mit beiden hat und unbedingt wissen will, was ihnen zugestoßen ist.

Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, ist das teilweise recht klischeehafte Verhalten von Scott beim ersten Aufeinandertreffen im Auto. Dieses typische, etwas mürrische Herumkommandieren kennt man leider schon aus ziemlich vielen Liebesromanen. Zudem schlägt Giulias extreme Panik vor Männern innerhalb von Sekunden in ein wohliges Gefühl um, nur weil seine Stimme so beruhigend klingt, was für mich psychologisch ein bisschen zu schnell ging.

Der Schreibstil der Autorin ist super flüssig, sehr bildhaft und transportiert die drückende Sommerhitze und Giulias Erschöpfung total realistisch. Die Spannung wird vor allem durch die vielen unbeantworteten Fragen hochgehalten, da man weder Giulias genaues Fluchtgeheimnis kennt noch weiß, was damals bei dem Feuer auf Scotts Farm passiert ist. Die Charaktere wirken trotz kleiner Klischees vielschichtig, und besonders die kleine Schwester Bonnie bringt eine richtig süße, auflockernde Dynamik in die angespannte Situation.

Dieses Buch ist perfekt geeignet für alle Leser, die emotionale Geschichten mögen, bei denen die Heilung von Wunden und die Charakterentwicklung im Vordergrund stehen. Wer auf Storys steht, die im ländlichen Amerika spielen und eine gesunde Mischung aus Romantik und tiefen Geheimnissen bieten, wird hier glücklich.

Nach dieser Leseprobe erwarte ich eine hochemotionale Reise, bei der sich Giulia und Scott gegenseitig helfen, ihre Narben zu verarbeiten. Ich bin total neugierig, wovor Giulia eigentlich flieht und wie sich die Dynamik in Coker Creek weiterentwickelt.