Es begann vielversprechend wurde dann aber leider immer unglaubwürdiger
„Mein Leben war eine einzige Flucht, bis sie in deinen Armen endete.“
Der Klappentext von Silent Whispers verspricht zwei Menschen, die beide vor ihrer Vergangenheit davonlaufen, einen Neuanfang in einem kleinen Städtchen in Tennessee und eine Liebesgeschichte, in der sie nur gemeinsam heilen können. Genau diese Mischung hat mich angesprochen.
Die Leseprobe klang vielversprechend und hat mich direkt bekommen. Ich mochte die Atmosphäre, den Ort und die ganze Ausgangssituation. Coker Creek wird wirklich schön beschrieben. Dieses kleine Städtchen, die Natur, die Farm, das Cottage am Waldrand, dass hatte für mich irgendwie Virgin-River-Vibes und genau diese Art von Kleinstadtromantik mag ich eigentlich.
Dann beginnt die Geschichte allerdings erst einmal ziemlich langsam. Sehr langsam. Dazu kommen für mich einige Wiederholungen, wodurch sich manches noch stärker gezogen hat.
Die ersten rund 48 Prozent bestehen im Grunde aus Kennenlernen. Giulia kommt in dem kleinen Städtchen an, will eigentlich wieder weg, möchte dann aber doch bleiben, will wieder weg, entscheidet sich wieder fürs Bleiben. Dazwischen tasten sich die beiden langsam aneinander heran, werden ein bisschen freundlicher, gehen wieder auf Abstand und nähern sich erneut ein Stück an.
Und wisst ihr was? Ich fand das zunächst sogar gut.
Weil es zu den beiden passt. Beide haben ihre Vergangenheit, beide tragen ordentlich Ballast mit sich herum und gerade bei solchen Figuren darf es für mich ruhig etwas dauern, bis Vertrauen entsteht. Ich war also durchaus geduldig und habe mich auf diese Entwicklung eingelassen.
Ab ungefähr der Hälfte verändert sich dann allerdings die Stimmung. Zwischen den beiden knistert es und danach ging es plötzlich Puff. Peng.
Innerhalb der nächsten ungefähr zehn Prozent passiert gefühlt mehr zwischen den beiden als in den vorherigen fünfzig. Und genau da wurde es für mich zunehmend schwierig.
Ich wusste durchaus, worauf ich mich einlasse. Dass es kitschig werden würde, war mir klar aber ich muss die Entwicklung trotzdem noch irgendwie mitgehen können. Nach fast der Hälfte vorsichtigen Hin und Hers hatte ich irgendwann das Gefühl, dass die Geschichte plötzlich unbedingt auf die große romantische Explosion hinauswill.
Auch das der Plot Twist ziemlich vorhersehbar war, hat mich grundsätzlich nicht gestört. Bei einer Romanze weiß man schließlich meistens ungefähr, in welche Richtung sich bestimmte Dinge entwickeln.
Aber dann kam bei ungefähr 75 Prozent die Szene, bei der die Geschichte mich völlig und endgültig verloren hat.
Ich möchte den konkreten Inhalt bewusst nicht erzählen, weil ich damit einen wichtigen Punkt der Geschichte spoilern würde. Nur soviel: Es geht um Giulias Vergangenheit und darum, wann und wie sie Scott davon erzählt und was direkt danach passiert.
Sorry, aber SOOO?
Das war für mich einfach ein absolutes No-Go. Nicht im Sinne von: „Das darf ein Autor niemals schreiben.“ Natürlich dürfen auch schwierige und traumatische Themen in einen Liebesroman gehören. Aber aufgrund des Verhaltens und der Reaktionen von Giulia war das für mich einfach überhaupt nicht glaubwürdig. Und gerade an dieser Stelle hätte ich erwartet, dass die Geschichte sensibler und nachvollziehbarer mit dem umgeht, was sie ihren Figuren vorher an Belastungen mitgegeben hat.
Die letzten ungefähr 25 Prozent habe ich dann nur noch sporadisch überflogen. Ich wollte nur noch wissen, wie die Geschichte ausgeht und was aus den beiden wird.
Und das finde ich tatsächlich schade.
Dazu kommt, dass ich Halbwach von Sophia Como sehr mochte und deshalb durchaus mit einer gewissen Erwartung an Silent Whispers gegangen bin. Ich hatte gehofft, dass mich ihre Art zu schreiben wieder ähnlich abholt. Dass dieses Buch da nicht herankommt, ist allerdings wohl auch ein Stück weit meine eigene Schuld: Vor Beginn des Lesens habe ich gesehen, dass es sich bei Silent Whispers um die überarbeitete Neuauflage ihres Debüts aus dem Jahr 2018 (Stimmen des Waldes) handelt. Mit dem Wissen hätte ich vielleicht auch einfach meine Erwartungen runterachrauben müssen.
Fazit:
Silent Whispers hatte für mich am Anfang genau die richtige Mischung: ein atmosphärisches Setting, zwei interessante Menschen mit Vergangenheit und eine Liebesgeschichte, die sich erst einmal Zeit nimmt. Ich war bereit für den Kitsch.
Nur irgendwann wurde aus „ein bisschen kitschig“ für mich zu viel Drama und aus emotional wurde unglaubwürdig.
Deshalb sind es am Ende leider leider nur 2 Sterne geworden.
***
Das E-Book habe ich als Gewinn über vorablesen.de erhalten. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst und die Bewertung entspricht meiner ehrlichen und persönlichen Einschätzung des Buches.
Der Klappentext von Silent Whispers verspricht zwei Menschen, die beide vor ihrer Vergangenheit davonlaufen, einen Neuanfang in einem kleinen Städtchen in Tennessee und eine Liebesgeschichte, in der sie nur gemeinsam heilen können. Genau diese Mischung hat mich angesprochen.
Die Leseprobe klang vielversprechend und hat mich direkt bekommen. Ich mochte die Atmosphäre, den Ort und die ganze Ausgangssituation. Coker Creek wird wirklich schön beschrieben. Dieses kleine Städtchen, die Natur, die Farm, das Cottage am Waldrand, dass hatte für mich irgendwie Virgin-River-Vibes und genau diese Art von Kleinstadtromantik mag ich eigentlich.
Dann beginnt die Geschichte allerdings erst einmal ziemlich langsam. Sehr langsam. Dazu kommen für mich einige Wiederholungen, wodurch sich manches noch stärker gezogen hat.
Die ersten rund 48 Prozent bestehen im Grunde aus Kennenlernen. Giulia kommt in dem kleinen Städtchen an, will eigentlich wieder weg, möchte dann aber doch bleiben, will wieder weg, entscheidet sich wieder fürs Bleiben. Dazwischen tasten sich die beiden langsam aneinander heran, werden ein bisschen freundlicher, gehen wieder auf Abstand und nähern sich erneut ein Stück an.
Und wisst ihr was? Ich fand das zunächst sogar gut.
Weil es zu den beiden passt. Beide haben ihre Vergangenheit, beide tragen ordentlich Ballast mit sich herum und gerade bei solchen Figuren darf es für mich ruhig etwas dauern, bis Vertrauen entsteht. Ich war also durchaus geduldig und habe mich auf diese Entwicklung eingelassen.
Ab ungefähr der Hälfte verändert sich dann allerdings die Stimmung. Zwischen den beiden knistert es und danach ging es plötzlich Puff. Peng.
Innerhalb der nächsten ungefähr zehn Prozent passiert gefühlt mehr zwischen den beiden als in den vorherigen fünfzig. Und genau da wurde es für mich zunehmend schwierig.
Ich wusste durchaus, worauf ich mich einlasse. Dass es kitschig werden würde, war mir klar aber ich muss die Entwicklung trotzdem noch irgendwie mitgehen können. Nach fast der Hälfte vorsichtigen Hin und Hers hatte ich irgendwann das Gefühl, dass die Geschichte plötzlich unbedingt auf die große romantische Explosion hinauswill.
Auch das der Plot Twist ziemlich vorhersehbar war, hat mich grundsätzlich nicht gestört. Bei einer Romanze weiß man schließlich meistens ungefähr, in welche Richtung sich bestimmte Dinge entwickeln.
Aber dann kam bei ungefähr 75 Prozent die Szene, bei der die Geschichte mich völlig und endgültig verloren hat.
Ich möchte den konkreten Inhalt bewusst nicht erzählen, weil ich damit einen wichtigen Punkt der Geschichte spoilern würde. Nur soviel: Es geht um Giulias Vergangenheit und darum, wann und wie sie Scott davon erzählt und was direkt danach passiert.
Sorry, aber SOOO?
Das war für mich einfach ein absolutes No-Go. Nicht im Sinne von: „Das darf ein Autor niemals schreiben.“ Natürlich dürfen auch schwierige und traumatische Themen in einen Liebesroman gehören. Aber aufgrund des Verhaltens und der Reaktionen von Giulia war das für mich einfach überhaupt nicht glaubwürdig. Und gerade an dieser Stelle hätte ich erwartet, dass die Geschichte sensibler und nachvollziehbarer mit dem umgeht, was sie ihren Figuren vorher an Belastungen mitgegeben hat.
Die letzten ungefähr 25 Prozent habe ich dann nur noch sporadisch überflogen. Ich wollte nur noch wissen, wie die Geschichte ausgeht und was aus den beiden wird.
Und das finde ich tatsächlich schade.
Dazu kommt, dass ich Halbwach von Sophia Como sehr mochte und deshalb durchaus mit einer gewissen Erwartung an Silent Whispers gegangen bin. Ich hatte gehofft, dass mich ihre Art zu schreiben wieder ähnlich abholt. Dass dieses Buch da nicht herankommt, ist allerdings wohl auch ein Stück weit meine eigene Schuld: Vor Beginn des Lesens habe ich gesehen, dass es sich bei Silent Whispers um die überarbeitete Neuauflage ihres Debüts aus dem Jahr 2018 (Stimmen des Waldes) handelt. Mit dem Wissen hätte ich vielleicht auch einfach meine Erwartungen runterachrauben müssen.
Fazit:
Silent Whispers hatte für mich am Anfang genau die richtige Mischung: ein atmosphärisches Setting, zwei interessante Menschen mit Vergangenheit und eine Liebesgeschichte, die sich erst einmal Zeit nimmt. Ich war bereit für den Kitsch.
Nur irgendwann wurde aus „ein bisschen kitschig“ für mich zu viel Drama und aus emotional wurde unglaubwürdig.
Deshalb sind es am Ende leider leider nur 2 Sterne geworden.
***
Das E-Book habe ich als Gewinn über vorablesen.de erhalten. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst und die Bewertung entspricht meiner ehrlichen und persönlichen Einschätzung des Buches.