Kaum Spannung oder Tiefgang

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jessi_bf95 Avatar

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Dies ist eine Rezension über die überarbeitete Neuausgabe von Silent Whispers (erstmals 2018 erschienen unter dem Titel "Wie Stimmen im Wind"), die erste Version habe ich nicht gelesen, daher werde ich keine Vergleiche ziehen können. Dies ist Sophia Comos Debütroman gewesen und es handelt sich dabei um eine Small-Town-Romance.

Das Cover ist wirklich schön und ansprechend gestaltet, es wirkt etwas geheimnisvoll, spiegelt aber auch den Charakter einer Romance wieder. Ich finde es persönlich auch besser als das erste Cover.

Man wird direkt in die Handlung geworfen und befindet sich mit Giulia auf der Flucht. Vor wem weiß man nicht, man fühlt diese Panik und Dringlichkeit, aber versteht nicht so wirklich vor wem sie davonläuft. Dabei trifft sie im Wald auf Scott und seine kleine Schwester Bonnie und wird wegen ihres stark verletzten Fußes dann zum Arzt mitgenommen, auch wenn sie sich am Anfang dagegen wehrt und versucht wegzulaufen. Scott ist dabei super skeptisch, wer diese Fremde ist, die wenig von sich mitteilt und sehr misstrauisch scheint und hat zunächst Schwierigkeiten ihr zu vertrauen. Als sie dann auf der Familienfarm eingestellt wird, nimmt die Handlung ihren Lauf.

Giulia und Scott als Protagonisten fand ich erstmal schwer zu greifen. Beide sind sehr zurückhaltende, misstrauische Personen, die durch ihr Trauma eher für sich sind und schwer vertrauen. Irgendwie wurden mir auch beide nicht wirklich sympathisch, was vielleicht auch daran lag, dass sie nicht immer nachvollziehbar gehandelt haben. Giulia zum Beispiel verliert direkt am Anfang ihr Tagebuch und es fällt ihr erst viel später auf, was für mich nicht so realistisch wirkte. Scott ist grundsätzlich in einer miesen Stimmung und kalt, was erstmal super unsympathisch wirkte. Zwar versteht man es gegenüber seinem Onkel, aber nicht grundsätzlich. Daher war es schwer Sympathie für beide zu entwickeln.
Eher die Nebencharaktere waren die Sympathieträger wie zum Beispiel Giulias neue Freundin Chris oder Scotts Großmutter Ruby. Wobei auch diese eher blass wirkten.

Was mir auch gefehlt hat war diese Spannung vom Anfang, wo man sich noch gefragt hat vor wem sie davon läuft. Dies zieht sich leider nicht über das ganze Buch hinweg sondern wird nur hier und da wieder eingestreut, erzeugt dadurch aber keine Spannung oder Nervenkitzel. Es wirkt eher wie "vergessen". Auch Giulia wirkt auf einmal sehr unaufmerksam, obwohl einem als Leser bei einigen Stellen die Alarmglocken angehen und diese sich am Ende auch bewahrheiten. Es war also schon sehr vorhersehbar.

Erst im Laufe der Handlung wird man mit beiden Protagonisten wärmer, man erfährt mehr über die Vergangenheit und den Grund warum sie sich so verhalten. Sie tauen beide immer weiter auf. Der Romance Teil hat mich aber auch nicht so richtig überzeugen können.

Insgesamt geht es in diesem Buch viel um Vertrauen, nicht verarbeitete Traumata und Schuld. So sehr mir der Klappentext eigentlich gefallen hat, wird es da mysteriöser dargestellt, als es letztendlich im Buch behandelt wird. Leider konnten mich die Handlung und die Protagonisten nicht so wirklich überzeugen. Daher nur 3 Sterne.