Leider eine oberflächliche Liebesgeschichte

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feliz Avatar

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Das Cover gefällt mir durchaus gut, es fängt die Stimmung der Geschichte ziemlich ein. Allerdings sticht es nicht wirklich aus der Masse heraus, sodass ich es vermutlich in der Buchhandlung nicht wahrgenommen hätte.

Die Story fand ich aber dennoch vielversprechend: Als Scott Collister Giulia zusammen mit seiner kleinen Schwester Bonnie verletzt in den Wäldern von Coker Creek findet, nimmt er sie widerwillig mit auf die Farm seiner Familie. Warum sie sich alleine im Wald aufhält und wovor sie fliegt, behält die junge Frau für sich und obwohl Scott ihr nicht wirklich vertraut, bietet er an, dass sie sich in einem kleinen Cottage am Waldrand erholen kann, wenn sie im Gegenzug auf der Farm mithilft. Diese nimmt das Angebot an, auch weil sie erkennt, dass Scott genauso auf der Flucht vor der Vergangenheit ist wie sie. Je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto näher kommen sie sich und sie erkennt, dass die Farm vielleicht genau das Zuhause ist, das sie sich so lange gewünscht hat, doch dann holt sie ihre Vergangenheit ein und sie muss sich entscheiden, ob sie weiter wegläuft oder sich ihr stellt.

Ich habe mich auf eine nette Liebesgeschichte gefreut, die ich nebenbei lesen konnte, aber so richtig konnte mich die Story nicht überzeugen. Das beginnt schon beim Schreibstil. Ich habe eine ganze Zeit gebraucht, um wirklich in die Geschichte zu kommen, weil ich die Art der Geschichte oft ein bisschen holprig und sperrig fand. Dadurch hatte ich nie wirklich diesen Sog, das Buch unbedingt weiterlesen zu wollen.

Die Geschichte hat es mir auch wirklich schwer gemacht, sie wirklich zu genießen, dabei ist das grundsätzliche Setting gut. Ich mochte, dass es in einem kleinen Ort spielt und das Setting sich vor allem auf die Farm der Familie Collister beschränkt, aber viele der Handlungsstränge wirkten nicht richtig ausgearbeitet. Ich habe verstanden, warum Giulia weglaufen musste und sich im Wald versteckt hat, aber mir fehlte vor allem zu Beginn ein bisschen die Übersicht darüber, wie lange sie das schon tut und als man dann erfährt, hat mich das eher verwirrt. Sie verletzt sich direkt in der ersten Szene so sehr am Knöchel, dass sie nicht mehr laufen kann und wirkt im Allgemeinen so hilflos, dass ich nicht glauben kann, dass es länger als eine Woche war und obwohl Scott das ähnlich sieht, wird näher darauf eingegangen, wie sie es vorher geschafft hat. Es hätte ja gereicht zu erklären, dass ihr das Geld ausgegangen ist und sie sich nun keine Motels mehr leisten konnte oder so. Auch dass sie kein wirkliches Ziel hatte, sondern einfach wahllos durch die Gegend gereist ist, fand ich ein bisschen schwierig, obwohl das vielleicht noch irgendwie erklärbar gewesen wäre, im Gegensatz dazu, wie Scotts Umgang mit seiner Familie ist. Es wirkt, als hätte es in der Zeit seit der Tragödie keinerlei Entwicklung gegeben, als hätte niemand miteinander geredet und das könnte ich sogar in gewissen Aspekten verstehen, aber ausgerechnet Giulias Auftauchen ändert das so abrupt, dass plötzlich alle losen Fäden zusammengerafft und auf wenigen Seiten zusammengeführt werden müssen. Das ging mir bei einigen Sachen einfach zu schnell, sodass es nicht wirklich zufriedenstellend gelöst werden konnte und einiges viel zu kurz kam.

Auch die Charaktere konnten das Buch nicht wirklich retten, obwohl ich beide wirklich gerne mögen wollte. Sie sind auch durchaus sympathisch, wirken aber ähnlich wie die gesamte Story komplett unausgereift und eher wie Vorlagen, die nie mehr sind, als ihre Rolle gerade von ihnen verlangt. Das hat es für mich extrem schwer gemacht, mit ihnen mitzufiebern und ich wollte zwar wissen, was genau passiert war, aber es hat mich einfach nicht wirklich fesseln können.

Alles in allem war ich nicht überzeugt von der Story, obwohl die Idee solide war, aber die Story und die Charaktere wirkten oberflächlich und nicht richtig ausgearbeitet, sodass ich Probleme hatte, das Buch durchlesen zu wollen.