Starke Protagonistin, letztlich unnötig schwach gemacht
War ich eingangs doch sehr neugierig auf diesen Roman gewesen, der meine historischen und kulturgeschichtlichen Interessen bereits im Vorfeld stark anzusprechen schien und dessen Beginn mich auch auf Anhieb sehr in den Bann zog, krankte er letzten Endes meines Erachtens doch auch ein klitzekleines bisschen an diesem neueren Phänomen, das mir in den letzten Jahren häufiger mal die Freude am Lesen etwas vergällt hat: nämlich dem übertriebenen Einbauen verschiedener Handlungsstränge voller Bewegung, das Erzählungen schnell zur Karikatur verkommen lässt. Im Falle von „Sing, wilder Vogel, sing“ war dies nicht ganz so extrem, sondern für mich lediglich im Schluss des Romans zu erkennen, der einen merkwürdigen Showdown offenbarte, der für mich nicht zum ruhigeren Inhalt zuvor passte, in dem Honora eher als Figur dargestellt wurde, die zwar bereits von Anfang an als kämpferische Außenseiterin gezeichnet wurde, aber im Verlauf der Handlung doch auch immer selbstsicherer nach außen auftrat, die auch durchaus für sich selbst einstand.
Gut, da hatte die Handlung zwar dauerhaft auch einen kleinen Beigeschmack von „Die Frau muss von einem Mann gerettet werden“, jedoch war meiner Meinung nach jenes Aroma sehr viel deutlicher präsenter, dass Honora sich durchaus selbst behaupten könnte, so dass ich sie eher als potentielle Galionsfigur des Feminismus sah; für mich war das eine Frau, wie sie sich auch in der Suffragettenbewegung hätte wiederfinden können. Da hoffte ich auch, zum Schluss eine klare Befreiung von all diesen oberflächlichen Konventionen zu sehen, die halt manchmal immer noch durchschienen, auch wenn Honoras Umfeld gemeinhin eher aus von der Gesellschaft Ausgeschlossenen und Diskriminierten bestand (und grade deswegen war es mir dann auch zu viel, dass später noch eine weitere solche männliche Figur als nahezu tragende Rolle eingeführt wurde, wobei dieses Auftreten für mich eben auch dieser, von mir eingangs auch mitgemeinten, völligen Überzeichnung entsprach).
Ich habe also sehr mit ihr mitgefiebert und Honora an sich auch als starke Frauenfigur empfunden, ihre Emotionen und auch ihre gewisse innere Zerrissenheit habe ich gut nachvollziehen können, aber wieso Jacqueline O`Mahony sie schließlich doch in ihrem Auftreten so abgeschwächt hat, dass sie da eher zur Nebenrolle ihrer eigenen Geschichte verkam, ist für mich persönlich so erstmal nicht nachvollziehbar und mit dem Auftreten des neuen Protagonisten stand ich da gedanklich eher weniger bei Honora als am Seitenrand, wo ich hoffte, dass jetzt bitte nicht noch mehr Klischees bedient werden würden.
Generell habe ich diesen Roman aber sehr gemocht, zumal es auch authentische historische Ereignisse gab, die da verwoben wurden, und Honora war eben auch eine durchaus faszinierende Hauptfigur, aber während des ersten Viertels hatte ich doch damit gerechnet, dass „Sing, wilder Vogel, sing“ sich zu einem meiner Jahreshighlights 2025, und noch mehr: zu einem meiner All-time Favourites, entwickeln würde. Wenn ich es 2030 nochmals in die Hand nähme, würde ich es bestimmt auch erneut ganz gerne lesen, aber nach aktuellem Stand ist dabei auch davon auszugehen, dass ich die Geschichte bis dahin ohnehin weitgehend vergessen habe und es dann für mich so ein „Fandest du damals doch nicht so schlecht, lies es halt nochmals“-Buch ist, was ich eher aus Langeweile oder grad aus Ermangelung an verfügbarer, für mich noch völlig unbekannter Lektüre, aus dem Regal gezogen haben werde. Zumindest werde ich es wohl aber auch dauerhaft in meinem Bücherregal behalten und vier Sterne kann ich hier auch noch ohne jeglichen Zweifel vergeben.
Gut, da hatte die Handlung zwar dauerhaft auch einen kleinen Beigeschmack von „Die Frau muss von einem Mann gerettet werden“, jedoch war meiner Meinung nach jenes Aroma sehr viel deutlicher präsenter, dass Honora sich durchaus selbst behaupten könnte, so dass ich sie eher als potentielle Galionsfigur des Feminismus sah; für mich war das eine Frau, wie sie sich auch in der Suffragettenbewegung hätte wiederfinden können. Da hoffte ich auch, zum Schluss eine klare Befreiung von all diesen oberflächlichen Konventionen zu sehen, die halt manchmal immer noch durchschienen, auch wenn Honoras Umfeld gemeinhin eher aus von der Gesellschaft Ausgeschlossenen und Diskriminierten bestand (und grade deswegen war es mir dann auch zu viel, dass später noch eine weitere solche männliche Figur als nahezu tragende Rolle eingeführt wurde, wobei dieses Auftreten für mich eben auch dieser, von mir eingangs auch mitgemeinten, völligen Überzeichnung entsprach).
Ich habe also sehr mit ihr mitgefiebert und Honora an sich auch als starke Frauenfigur empfunden, ihre Emotionen und auch ihre gewisse innere Zerrissenheit habe ich gut nachvollziehen können, aber wieso Jacqueline O`Mahony sie schließlich doch in ihrem Auftreten so abgeschwächt hat, dass sie da eher zur Nebenrolle ihrer eigenen Geschichte verkam, ist für mich persönlich so erstmal nicht nachvollziehbar und mit dem Auftreten des neuen Protagonisten stand ich da gedanklich eher weniger bei Honora als am Seitenrand, wo ich hoffte, dass jetzt bitte nicht noch mehr Klischees bedient werden würden.
Generell habe ich diesen Roman aber sehr gemocht, zumal es auch authentische historische Ereignisse gab, die da verwoben wurden, und Honora war eben auch eine durchaus faszinierende Hauptfigur, aber während des ersten Viertels hatte ich doch damit gerechnet, dass „Sing, wilder Vogel, sing“ sich zu einem meiner Jahreshighlights 2025, und noch mehr: zu einem meiner All-time Favourites, entwickeln würde. Wenn ich es 2030 nochmals in die Hand nähme, würde ich es bestimmt auch erneut ganz gerne lesen, aber nach aktuellem Stand ist dabei auch davon auszugehen, dass ich die Geschichte bis dahin ohnehin weitgehend vergessen habe und es dann für mich so ein „Fandest du damals doch nicht so schlecht, lies es halt nochmals“-Buch ist, was ich eher aus Langeweile oder grad aus Ermangelung an verfügbarer, für mich noch völlig unbekannter Lektüre, aus dem Regal gezogen haben werde. Zumindest werde ich es wohl aber auch dauerhaft in meinem Bücherregal behalten und vier Sterne kann ich hier auch noch ohne jeglichen Zweifel vergeben.