Zwischen Morddrohung und düsteren Geheimnissen

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zockip18 Avatar

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Schon die ersten Seiten von „Six Ways to Watch You Fall“ haben mich direkt neugierig gemacht. Die Geschichte startet mit einer ziemlich drastischen Drohung: Entweder der Protagonist bricht sich einen Finger oder lässt sich das Wort „Mörder“ auf die Stirn tätowieren – andernfalls soll Henry Reed sterben. Besonders spannend finde ich dabei, dass zunächst völlig unklar ist, wer dahintersteckt und warum ausgerechnet Henry auf dem Zettel genannt wird.

Auch das Setting gefällt mir richtig gut. Die Vale International ist ein Internat, das in einem ehemaligen psychiatrischen Sanatorium untergebracht ist. Die langen, verwinkelten Flure, zugemauerten Zugänge und die düstere Vergangenheit des Gebäudes sorgen schon auf den ersten Seiten für eine beklemmende Atmosphäre. Man bekommt sofort das Gefühl, dass hinter den alten Mauern noch mehr verborgen sein könnte.

Besonders interessant finde ich Archer als Hauptfigur. Er beobachtet seine Umgebung sehr genau und ist für die Social-Media-Kanäle der Schule zuständig. Gleichzeitig merkt man schnell, dass ihn die Ereignisse während einer Sprachreise nach Mexiko noch beschäftigen. Er versucht, nach außen hin weiterzumachen, während innerlich offensichtlich einiges in ihm arbeitet.

Auch die Nebenfiguren machen bisher einen sympathischen Eindruck. Hazel wirkt selbstbewusst, schlagfertig und scheint Archer trotz seiner Art gut einschätzen zu können. Nick bringt dagegen mit seinem eigenwilligen Humor und seiner neugierigen Art etwas Leichtigkeit in die Geschichte. Gerade die Dynamik zwischen den dreien gefällt mir bisher sehr gut.

Der Schreibstil liest sich locker und modern. Besonders gut gefällt mir, dass die düstere Grundstimmung immer wieder durch humorvolle Dialoge aufgelockert wird. Gleichzeitig baut sich die Spannung kontinuierlich auf. Als Archer tatsächlich unter der großen Eiche den angekündigten Stoffbeutel mit Hammer und Tätowiergerät findet, war für mich endgültig klar: Das Ganze ist deutlich mehr als ein schlechter Scherz.

Ich möchte auf jeden Fall wissen, wer hinter den Drohungen steckt, was es mit der Vergangenheit der Schule auf sich hat und welche Rolle Henry dabei spielt. Besonders der letzte Satz der Leseprobe macht definitiv Lust darauf, weiterzulesen.

Mein erster Eindruck: düster, spannend und gleichzeitig überraschend humorvoll – für mich ein sehr gelungener Einstieg, der viele Fragen offenlässt und mich neugierig auf den weiteren Verlauf macht.