Pflicht oder Pflicht

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kissgirl Avatar

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"Six Ways to Watch You Fall" von Colin Hadler ist der zweite Band der Ways-Reihe aber unabhängig lesbar.

Nach den Sommerferien und einer Sprachreise nach Mexiko mit einigen Schulkollegen startet für Archer das neue Schuljahr im Internat Vale International, das sich in den Gebäuden einer ehemaligen Psychatrie befindet, mit einem Paukenschlag. Als Archer seinen Spind öffnet, findet er darin einen gelben Brief, dessen Botschaft es in sich hat: Er wird vor die Wahl gestellt sich für eine von zwei unmöglichen Handlungen zu entscheiden, sonst stirbt ein Mitschüler. Ihm bleiben 24 Stunden. Archer vermutet einen schlechten Scherz, bis am nächsten Morgen Mitschüler Henry Reed tot vor dem Glockenturm liegt. Nun beginnt für Archer und seine Freunde ein Wettlauf mit der Zeit, denn der nächste Brief wartet bereits und es wird nicht der letzte sein. Wer treibt ein perfides Spiel mit ihm und was haben die Ereignisse in Mexiko damit zu tun, bei denen ein Mitschüler ums Leben kam?

Colin Hadler gelingt mit seinem flüssigen und packenden Schreibstil ein atemloses Lesevergnügen, das es einem schwer macht, das Buch zur Seite zu legen. Denn gefühlt endet jedes Kapitel mit einem kleinen Cliffhanger, der Spannungsbogen bleibt durchweg hoch und man fiebert und rätselt mit den Hauptprotagonisten mit, als wäre man mitten drin. Und tappt wie Archer und seine Freunde immer wieder in die Fallen, die der Autor auslegt.
Schon allein das Setting eines Internats in einer ehemaligen Psychiatrie, einem undurchsichtigen Schulleiter und den üblichen Animositäten zwischen jungen Menschen in der Pubertät birgt viel Stoff für eine gute Geschichte. Darüber hinaus sind die Charaktere gut ausgearbeitet und machen tiefgreifende Entwicklungen durch. Themen wie Freundschaft, Liebe und Loyalität finden genauso Platz wie Mobbing, Mißbrauch und der Frage nach der eigenen Identität. Besonders eindringlich wird das durch die Erzählweise aus der Ich-Perspektive Archers. All seine Gedanken, Gefühle, Zweifel und Unsicherheiten werden dadurch noch nachvollziehbarer.

Ob das Buch aufgrund gewisser Trigger und Themen bereits für junge Menschen ab 13 Jahren geeignet ist, mag ich nicht beurteilen. Von mir klare Leseempfehlung, auch jenseits der Zielgruppe Young Adult und 5 von 5 Sternen.