Wie weit würdest du gehen? – jede Entscheidung hat Konsequenzen

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snookie Avatar

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In „Six Ways to Watch You Fall“ geht es um Archer, der an seinem Internat einen geheimnisvollen gelben Umschlag findet. Darin wird er vor zwei Möglichkeiten gestellt – und wenn er sich nicht entscheidet, wird jemand sterben. Archer vermutet dahinter nur einen schlechten Scherz. Als seine erste Entscheidung tatsächlich tödliche Konsequenzen hat, wird schnell klar, dass hinter den Briefen mehr steckt als ein makabres Spiel. Archer muss sich weiteren Entscheidungen stellen und gleichzeitig herausfinden, wer hinter den Drohungen steckt und warum ausgerechnet er zum Ziel geworden ist.

Der Schreibstil hat mir hier sehr gut gefallen. Obwohl das Thema sehr ernst ist, ist der Text leicht und lässig geschrieben. Daran merkt man auch den jugendlichen Stil des Buches. Ich mochte auch, dass es sehr humorvolle, teils sarkastische Stellen im Buch gab, die das Geschehen zwischenzeitlich immer wieder auflockerten. Die Mischung aus tragischen, emotionalen Themen und der Frage nach der Selbstfindung (Wer will man sein?) ist gut gelungen.

Besonders gelungen fand ich das Grundprinzip des Thrillers. Die Entscheidungen, die Archer treffen muss, sind nicht einfach in Richtig und Falsch einzuteilen. Man fragt sich ständig: Was würde ich tun? Diese Entscheidungen werden von Brief zu Brief schwieriger und spielen mit der eigenen Moral. Genau dadurch entsteht auch eine beklemmende Atmosphäre. Die Themen Schuld, Freundschaft, Verrat und Verantwortung werden dabei geschickt mit der eigentlichen Thrillerhandlung verbunden.

Auch das Internatssetting passt hervorragend zur Geschichte. Zusammen mit den Rückblicken auf die Ereignisse während der Sprachreise nach Mexiko entsteht nach und nach ein immer größeres Netz aus Geheimnissen. Durch die kurzen Kapitel und die Cliffhanger liest sich das Buch sehr schnell und gerade gegen Ende konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Ich hätte nicht erwartet, dass mich dieser Jugendthriller so packen würde, obwohl ich nicht zur Zielgruppe gehöre – es ist also auch für Nicht-Mehr-Jugendliche lohnenswert. Für mich war das Tempo durchgehend auf einem hohen Niveau.

Archer hat mir als Protagonist ebenfalls gut gefallen. Er ist ein Teenager mit Ängsten, Schuldgefühlen und Unsicherheiten. Auch Hazel und Nick wirken nicht wie bloße Nebenfiguren, sondern haben ihre eigenen Geheimnisse und Konflikte. Dadurch bekommen die Beziehungen zwischen den Figuren zusätzliches Gewicht.

Insgesamt ist „Six Ways to Watch You Fall“ ein überraschend spannender und düsterer Jugendthriller, der vor allem durch die moralischen Fragen und die zunehmende Spannung überzeugen konnte. Wer also Geschichten mit moralischen Dilemmata, Geheimnissen, Freundschaft und jeder Menge Spannung mag, sollte sich „Six Ways to Watch You Fall“ definitiv anschauen.