Fantastische Kryptiden und wo sie zu finden sind...

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Das Buch punktet schon mal durch seine tolle Optik. Das Cover sieht fantastisch aus und macht sofort Lust aufs Lesen. Auch im Inneren gibt es viele schöne Details. Da die gesamte Geschichte aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Smeralda geschrieben ist, wirkt das gesamte Buch wie ein Tagebuch. Es enthält Fußnoten, Seitenbemerkungen, Zeichnungen und Fotos. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es lockerte den Text auf und hat mir viel Freude beim Lesen bereitet. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es auch ablenken kann, da es den Lesefluss unterbricht. Das ist sicherlich eine Frage der Leseerfahrung.

Ich würde das Buch Kindern ab 12 Jahren empfehlen, die gerne und viel lesen. Die Kapitel sind teilweise recht lang, auch wenn sie meist in einzelne Abschnitte unterteilt sind. Der Schreibstil ist an sich witzig, denn Smeralda sieht sich als „ernstzunehmende Wissenschaftlerin”, hat aber gleichzeitig mit den Nöten und Pflichten einer Zwölfjährigen zu kämpfen. Man muss sich an diese manchmal etwas gestelzt wirkende Erzählweise aber erst gewöhnen.
Auch wenn sich am Ende alles zum Guten wendet, würde ich das Buch nicht für ängstliche Kinder empfehlen. Die Handlung ist nicht nur spannend, sondern teilweise auch ziemlich gruselig, grausam und traurig.

Als erwachsene Leserin war ich schnell versucht, der Protagonistin Smeralda das Label „autistisch“ aufzudrücken, denn sie tut sich schwer mit menschlicher Interaktion und Emotionen und ist hyperfokussiert auf ihr Spezialinteresse. Aber das ist meine erwachsene Sicht. Ich glaube nicht, dass die Autorin es darauf angelegt hat, und auch Kinder werden beim Lesen noch nicht in diesen „Schubladen“ denken. Nichtsdestotrotz könnte ich mir vorstellen, dass Kinder im neurodivergenten Spektrum in Smeralda eine Identifikationsfigur sehen.

Erwähnenswert ist außerdem, dass es sich um den ersten Band einer Reihe handelt - einige Aspekte bleiben am Ende offen. Band 2 ist für Herbst 2026 angekündigt.