Idee gut, Umsetzung teils problematisch

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Dieses Kinderbuch nimmt sich vor, Kindern Mut zu machen und ihnen von Gleichberechtigung und Vielfalt zu erzählen. Diesen Vorsatz begrüße ich sehr, leider wurde er aber meiner Meinung nach nicht überall gut umgesetzt. In 11 Geschichten von verschiedenen Autor*innen wird sich unterschiedlichen Themen gewidmet.

Manche Geschichten finde ich gut gelungen, z. B. Rapunzel. Hier ist die Hexe nicht böse, sondern hilft Rapunzel, der Prinz ist blind und muss sie nicht retten und Rapunzel leitet am Ende ein erfolgreiches Architekturbüro.

Andere Geschichten finde ich recht fragwürdig. In einer Geschichte werden bei einem Geschwisterpärchen sämtliche Rollenklischees plakativ aufgezeigt (Mädchen musste im Haushalt helfen, durfte sich nicht dreckig machen, Junge durfte auf Bäume klettern, aber nicht weinen). Meine Kinder kennen solche sehr strikten Rollenverteilungen gar nicht und waren davon eher verwirrt. Noch absurder fand ich das Ende der Geschichte. Die Geschwister finden ein Haus, das auf dem Kopf steht, und darin sind auch die Rollenverteilungen umgedreht. Sie beschließen, dort zu leben und das Ganze auszuprobieren. Das heißt, beide werden trotzdem aufgrund ihres Geschlechtes unterschiedlich behandelt. Wo ist das denn eine Geschichte für Gleichberechtigung?

Andere Geschichten waren für Kinder (und auch mich) ziemlich langweilig oder hatten Botschaften, die für Kinder nicht verständlich waren.

Die Bilder fand ich gut, es werden verschiedenste Menschen abgebildet und hier findet sich auch die versprochene Diversität wieder.

Ich hatte mich auf das Buch gefreut, aber bei der Umsetzung gibt es noch viel Luft nach oben.