Lebendig und eindrucksvoll

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Schon das Cover hat mich sofort neugierig gemacht, genauso wie der Titel. Anfangs konnte ich den gar nicht richtig einordnen – das hat mich gleich angesprochen. Ich hatte erst gedacht, es könnte um Gegenwartsliteratur mit Themen wie Essstörungen gehen, wegen der dünnen Figur und dem Streichholz, aber es entwickelt sich ganz anders.

Die Geschichte zieht einen sofort in Bohms Alltag. Man spürt seine schwierigen Lebensumstände, seine Unsicherheiten – und gleichzeitig die kleinen Momente, die ihm Freude machen, zum Beispiel mit seinem Hund oder beim Schnitzen seiner Mäuse. Alles wirkt sehr lebendig: Wind, Regen, Marktgeräusche, die Stimmung der Stadt – man ist direkt mittendrin.

Besonders toll finde ich, wie die Geschichte die raue Realität mit den feinen, emotionalen Momenten verbindet. Die Dialoge wirken echt, man spürt Bohms vorsichtige, aber manchmal auch humorvolle Art. Insgesamt hat das Buch einen schönen Mix aus Melancholie, kleinen Freuden und der Suche nach Nähe – traurig, aber gleichzeitig lebendig und eindrucksvoll.