Leiser Einstieg, der neugierig macht

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desideria1980 Avatar

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Die Leseprobe von Solange ein Streichholz brennt hat mich mehr gepackt, als ich anfangs gedacht hätte. Der Einstieg ist ruhig, fast unspektakulär, aber genau das mochte ich. Man ist sofort mitten in dieser kalten, etwas rauen Atmosphäre und spürt, dass hier nichts beschönigt wird.

Bohm ist keine Figur, die einem laut entgegenkommt, sondern jemand, dem man langsam näherkommt. Gerade das hat für mich funktioniert. Seine Gedanken, seine Beobachtungen, dieses Zwischen den Zeilen Gefühl, das wirkt ehrlich und nicht künstlich dramatisch. Gleichzeitig fand ich auch Alinas Perspektive spannend, weil sie eine ganz andere Welt zeigt, die sich aber unterschwellig berührt.

Der Schreibstil ist bildhaft, ohne überladen zu sein. Man merkt, dass sich der Text Zeit nimmt. Das ist kein Tempo-Roman, sondern eher eine Geschichte, die sich Stück für Stück entfaltet. An ein, zwei Stellen hätte ich mir minimal mehr Straffung gewünscht, aber insgesamt bin ich sehr gut reingekommen.

Für mich ist das eine Leseprobe, die neugierig macht. Sie fühlt sich ernsthaft an, nah dran und nicht konstruiert. Ich würde auf jeden Fall weiterlesen.