Ein Leben am Abgrund
Nach „Man vergisst nicht, wie man schwimmt“ hat Christian Huber nun seinen nächsten Roman veröffentlicht. Auch im neuesten Werk widmet er sich wieder einem Außenseiter. Bohm ist seit 5 Jahren obdachlos. Als Alina, eine Journalistin den Auftrag erhält eine Dokumentation über Obdachlosigkeit anhand eines konkreten Falles zu erstellen, lernen sich die beiden kennen. Um seinem verletzten Hund die lebensrettende OP zu ermöglichen, lässt sich Bohm darauf ein, dass Alina ihn für eine Woche begleitet um die Aufnahmen dann für ihre Doku zu verwenden. Erst zum Ende des Buches erfährt man, was Bohm aus der Bahn geworfen hat und die Ursache für seinen sozialen Abstieg war. Der Autor schreibt in Abschnitten wechselweise von Alina und Bohm. Die beiden nähern sich vorsichtig mit viel Respekt voreinander an, auch in diesem Werk zeigt sich, dass Christian Huber ein eindrucksvoller Erzähler ist, sein Schreibstil ist flüssig und voller Tiefe. Man gleitet förmlich durch die Seiten, einmal angefangen konnte ich nicht mehr aufhören. Es ist eine berührende Geschichte, die einem Einblicke in eine Welt gewährt, die man in der Regel nur aus der Distanz wahrnimmt.