Ein zerplittertes Leben

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gittenen bücherfresserchen Avatar

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Nachdem ich von " Man vergisst wie man schwimmt " so begeistert war musste ich unbedingt zu seinem Nachfolgeroman greifen , obwohl das Thema ganz anders ist . Ein wenig Berührungsängste mit dem Thema Obdachlosigkeit hatte ich jedoch zunächst schon .Ich war aber trotzdem sehr gespannt. In eine einfachen sehr klaren Sprache lässt Huber die Geschichte sprechen, den harten Alltag des Obdachlosen und dem der Reporterin zwischen Existenzverlustnöte und Karrierebestrebungen .
Wir sehen überall im Stadtbild Obdachlose möchten sie aber irgenwie nicht als Menschen sehen, sich lieber nicht mit ihnen Beschäftigen, ausblenden. Christian Huber sieht den Abdachlosen Bohm in diesem Roman, zeigt ihn als Menschen und wie sein Weg in die Obdachlosigkeit abglitt. Gleichzeitig entmenschlichen das Fernsehteam und die Reporterin (zunächst) ihn, sehen ihn fast als Ware.
Viele begegnen ihm mit Voreingenommenheit, als ob es nur Allgemeingültiges für Obdachlose gibt. Ich selbst ertappte mich bei solch einem Gedanken bei der Tablettensache,der leider Bestätigt wurde, oder nur bedingt. Da ich aber ein in der Regel positiv denkender Mensch bin und mir Bohm sympatisch war, wälzte ich die ganzenZeit meine Gedanken. Was wird dabei herauskommen, was möchte der Autor. Erst mal abwarten . Alles sehr geschickt gemacht.
Auf jeden Fall ist der Autor, als Autor gereift. Ein Roman der nachdenklich macht und als Konsequenz dazu auffordert bei jedem Obdachlosen den man sieht dran erinntert , dass hinter jedem Obdachlosen eine Geschichte steht.Ein zersplittertes Leben.
Er plädiert aber auch für Verständniss für Leute die ein scheinbar sicheres Leben führen , dass es oft gar nicht so sicher und Problemfrei ist. Bis auf eine Ausnahme, da bin ich mir nicht schlüssig wie ich drüber denken soll, zählt Dummheit und Kontrollverlust auch ?