Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
duckyputz Avatar

Von

Christian Hubers Roman „Solange ein Streichholz brennt“ vermeidet die Klischees einer konventionellen Liebesgeschichte. Im Mittelpunkt stehen Bohm, ein Obdachloser, und die Journalistin Alina, die sich aus beruflicher Notlage heraus auf ein Projekt über Menschen auf der Straße einlässt. Beide stehen an einem Wendepunkt ihres Lebens und begegnen sich unerwartet nah, obwohl sie aus völlig verschiedenen Welten kommen. Huber zeigt auf ruhige, wenig dramatisierte Weise, wie sich zwischen ihnen etwas wie Nähe entwickelt, ohne die Geschichte in eine einfache romantische Formel zu zwängen.
Der Roman schärft den Blick auf die Unsichtbarkeit und Einsamkeit von Menschen ohne Wohnung. Die Beschreibungen zeigen, wie leicht man wegsehen kann, auch wenn man sich einredet, doch mitfühlen zu wollen. Gleichzeitig rückt Alina selbst in den Fokus: beruflicher Druck, familiäre Erwartungen und die Angst, ihre Chance zu verpassen. Diese Konstellationen wirken realistisch und nachvollziehbar, ohne sich selbst zu erklären oder übertrieben seelisch zu sezieren.
Huber verbindet leichte Unterhaltung mit einem kritischen Blick auf Gesellschaft und Medien. Die Figuren sind nicht überfrachtet, sondern wirken lebendig genug, um sich für sie zu interessieren. Der Roman bleibt unaufdringlich, vermeidet große Effekthascherei und bleibt im Nachklang präsent. Er eignet sich für Leser, die Wert auf einfache Sprache, aber inhaltliche Tiefe legen.