Eines der berührendsten Bücher, die ich seit langem gelesen

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dannylovesreading Avatar

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Die Geschichte um die junge Fernsehjournalistin Alina und den Obdachlosen Bohm hat mich zutiefst berührt und wird noch lange in mir nachhallen. Alina hat von ihrem TV-Sender den Auftrag eine Reportage über obdachlose Menschen zu drehen. Auf diese Weise kreuzen sich die Wege der beiden.
Christian Huber zeichnet das Leben auf der Straße ungeschönt, ohne dabei ins Reißerische zu verfallen. Entbehrungsreich und mitunter die Grenzen der Legalität deutlich überschreitend schlägt Bohm sich von Tag zu Tag durch. Er lebt ohne Pläne und Perspektive, nur getrieben von einer Vergangenheit, vor der er sich zu verstecken versucht.
Doch auch Alinas bürgerliches Leben ist nicht frei von Sorgen. Sie steckt mit Ihrer Karriere in einer Sackgasse und muss sich dem zunehmend übergriffigeren Verhalten ihres Vorgesetzten erwehren.
Besonders eindrücklich ist die Begegnung dieser beiden so unterschiedlichen Menschen, die einander überraschend vorurteilsfrei und auf Augenhöhe begegnen. Gerade in dieser leisen Annäherung liegt die Stäke des Romans.
Ohne Klischees, Plattitüden oder Vorurteile entfaltet sich die Liebesgeschichte, die uns zeigt, dass es sich oftmals lohnt, einen Blick hinter die Fassade zu blicken und Menschen auf einer menschlichen Ebene zu begegnen.
Abschließend überzeugt der Roman durch seine stille Intensität und die glaubwürdige Zeichnung seiner Figuren. Eine berührende, klug erzählte Geschichte, die lange nachwirkt, daher von mir 5 von 5 Sternen.