Klischeehaft und unglaubwürdig

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starmania Avatar

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Christian Hubers zweiter Roman verpufft leider trotz guter Absichten als künstlich konstruiertes Sozialkino. Nach seinem erfolgreichen Debüt versucht sich der Autor in Solange ein Streichholz brennt an einem dramatischen Spagat zwischen Medienkritik und Obdachlosen-Milieustudie. Was als leise und tiefgründige Geschichte angelegt ist, verheddert sich jedoch schnell in klischeehaften Erzählmustern und hinterlässt ein erzählerisches Defizit.
Das grösste Problem des Buches liegt in seiner allzu offensichtlichen Reißbrett-Konstruktion: Die Gegenüberstellung der karriereorientierten TV-Journalistin Alina und des herzensguten, strassenbehafteten Bohm wirkt extrem schablonenhaft. Dass Bohm ausgerechnet wegen der teuren Operation seines Hundes Fox einwilligt, sich filmen zu lassen, treibt die Handlung mit einem sehr abgegriffenen Melodram-Katalysator voran. Der Funke, der zwischen den ungleichen Protagonisten überspringen soll, fühlt sich über weite Strecken eher vom Autor verordnet als organisch gewachsen an.
Huber nutzt zwar wie gewohnt kurze, prägnante Sätze, was mir sehr gut gefällt. Am Ende enttäuscht das Buch durch ungeklärte Fragen und einen unrunden, unbefriedigenden Ausgang der Geschichte.
Wer eine tiefgreifende, authentische Auseinandersetzung mit dem Leben auf der Strasse sucht, wird von dieser weichgezeichneten TV-Reportage in Romanform enttäuscht sein. Das Streichholz glimmt zwar kurz, aber ein echtes, wärmendes Feuer entfacht es nicht.