Schärft den Blick
Es könnte eine kitschige Liebesgeschichte à la Hollywood sein, doch dieser Roman von Christian Huber hat zum Glück deutlich mehr zu bieten.
Der Obdachlose Bohm lässt sich aus der Not heraus darauf ein, sich von der Fernsehjournalistin Alina eine Woche lang in seinem Leben begleiten zu lassen. Alina muss etwas Spektakuläres liefern, sonst ist sie ihren Job los. Dass die beiden sich gut verstehen wird schnell klar, doch wie weit können sich zwei Menschen aus verschiedenen Welten annähern?
Dieser Roman schärft vor allem den Blick auf Menschen am Rande der Gesellschaft. Die abgrundtiefe Einsamkeit und die Unsichtbarkeit von Menschen, die auf der Straße leben, wird hier besonders deutlich. Wir schauen weg wenn wir an ihnen vorüber gehen, meiden Augenkontakt, selbst wenn wir vielleicht ein Geldstück geben. Was das für diese Menschen bedeutet habe ich nie überlegt, auch wenn mir klar ist, dass hinter jedem Obdachlosen ein eigenes Schicksal steht. Auch wird hier deutlich, wie wichtig ein Hund als Gefährte sein kann, da dieser nicht wertet und ablehnt.
Interessant und realistisch beschrieben ist auch die Geschichte von Alina, die mit Mitte 30 in einer beruflichen Sackgasse steckt. Der Druck auf die junge Frau ist groß, möchte sie es doch auch ihren Eltern Recht machen, die ihre Arbeitskraft und ihren Ehrgeiz in ihre Tochter gesteckt haben: sie soll es einmal besser haben, studieren, viel Geld verdienen, einen angesehenen Beruf ausüben. Als Journalistin hat sie es da schwer, einen Freund oder Mann hat sie auch nicht, die Versagensängste sind groß. Kein Wunder, dass das Interesse des erfolgsverwöhnten Stars des Senders ihr schmeichelt.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist der Alltag in der Fernsehbranche. Ein bisschen überzeichnet und trotzdem sehr unterhaltsam die Figuren des Programmchefs und seiner Stellvertreterin, die nur die Zahlen und damit den Erfolg des Senders im Kopf haben. Dass sie dabei gegenüber dem Star Jakob wiederholt ein Auge zudrücken und ansonsten gerne über Leichen gehen ist ihnen egal. Und Jakob ist nach außen hin der gutaussehende Macher, dem alles gelingt. Doch der Druck ist enorm und wenn die Fassade bröckelt ist die Social-Media-Welt erbarmungslos.
Mir gefällt außerdem der Titel des Buches, der sich als Thema immer wieder durch den Roman zieht. Für Bohm und Alina ist das Streichholz ein Zeichen der Gemeinsamkeit und begleitet die vier Teile des Romans in unterschiedlichen Phasen des Abbrennens.
Ein Roman, der mich nicht nur gut unterhält sondern auch zum Nachdenken anregt und noch lange nachhallt. Mit seiner Erzählweise gelingt es dem Autor geschickt, leichte Unterhaltung mit einem kritischen Blick auf die Gesellschaft zu verbinden. Eine Leseempfehlung für jung und alt und alle Geschlechter gleichermaßen.
Der Obdachlose Bohm lässt sich aus der Not heraus darauf ein, sich von der Fernsehjournalistin Alina eine Woche lang in seinem Leben begleiten zu lassen. Alina muss etwas Spektakuläres liefern, sonst ist sie ihren Job los. Dass die beiden sich gut verstehen wird schnell klar, doch wie weit können sich zwei Menschen aus verschiedenen Welten annähern?
Dieser Roman schärft vor allem den Blick auf Menschen am Rande der Gesellschaft. Die abgrundtiefe Einsamkeit und die Unsichtbarkeit von Menschen, die auf der Straße leben, wird hier besonders deutlich. Wir schauen weg wenn wir an ihnen vorüber gehen, meiden Augenkontakt, selbst wenn wir vielleicht ein Geldstück geben. Was das für diese Menschen bedeutet habe ich nie überlegt, auch wenn mir klar ist, dass hinter jedem Obdachlosen ein eigenes Schicksal steht. Auch wird hier deutlich, wie wichtig ein Hund als Gefährte sein kann, da dieser nicht wertet und ablehnt.
Interessant und realistisch beschrieben ist auch die Geschichte von Alina, die mit Mitte 30 in einer beruflichen Sackgasse steckt. Der Druck auf die junge Frau ist groß, möchte sie es doch auch ihren Eltern Recht machen, die ihre Arbeitskraft und ihren Ehrgeiz in ihre Tochter gesteckt haben: sie soll es einmal besser haben, studieren, viel Geld verdienen, einen angesehenen Beruf ausüben. Als Journalistin hat sie es da schwer, einen Freund oder Mann hat sie auch nicht, die Versagensängste sind groß. Kein Wunder, dass das Interesse des erfolgsverwöhnten Stars des Senders ihr schmeichelt.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist der Alltag in der Fernsehbranche. Ein bisschen überzeichnet und trotzdem sehr unterhaltsam die Figuren des Programmchefs und seiner Stellvertreterin, die nur die Zahlen und damit den Erfolg des Senders im Kopf haben. Dass sie dabei gegenüber dem Star Jakob wiederholt ein Auge zudrücken und ansonsten gerne über Leichen gehen ist ihnen egal. Und Jakob ist nach außen hin der gutaussehende Macher, dem alles gelingt. Doch der Druck ist enorm und wenn die Fassade bröckelt ist die Social-Media-Welt erbarmungslos.
Mir gefällt außerdem der Titel des Buches, der sich als Thema immer wieder durch den Roman zieht. Für Bohm und Alina ist das Streichholz ein Zeichen der Gemeinsamkeit und begleitet die vier Teile des Romans in unterschiedlichen Phasen des Abbrennens.
Ein Roman, der mich nicht nur gut unterhält sondern auch zum Nachdenken anregt und noch lange nachhallt. Mit seiner Erzählweise gelingt es dem Autor geschickt, leichte Unterhaltung mit einem kritischen Blick auf die Gesellschaft zu verbinden. Eine Leseempfehlung für jung und alt und alle Geschlechter gleichermaßen.