Wichtiges Thema

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
inibieni81 Avatar

Von

In Christian Hubers neuem Roman begleitet Alina den Obdachlosen Bohm für eine TV Dokumentation. Gerade am Anfang entfaltet die Handlung eine starke Wirkung und zieht einen schnell in den Bann. Besonders spannend fand ich das Aufeinandertreffen zweier vollkommen unterschiedlicher Lebensrealitäten und die damit verbundene Frage, wie weit diese Welten tatsächlich voneinander entfernt sind.

Überzeugt hat mich vor allem der Versuch, gesellschaftliche Vorurteile sichtbar zu machen und kritisch zu hinterfragen. Immer wieder zeigt das Buch, wie schnell Menschen in Schubladen gesteckt werden und wie rasch man selbst in schwierige Situationen geraten kann. Diese Botschaft wird klar transportiert und regt definitiv zum Nachdenken an.

Trotzdem konnte mich die Umsetzung nicht in allen Punkten überzeugen. Manche Entwicklungen wirkten auf mich etwas künstlich konstruiert, insbesondere Bohms Vergangenheit, die ich nicht immer glaubwürdig fand. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen blieben für mich teilweise schwer greifbar. Alinas Sichtweise erschien stellenweise distanziert und wenig selbstreflektiert, wodurch mir der emotionale Zugang erschwert wurde.

Auch die romantische Handlung konnte mich nicht richtig abholen. Für mich wirkte sie eher wie ein zusätzlicher Handlungsstrang, der für die zentrale Aussage des Buches nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Ich hätte es stärker gefunden, wenn der Fokus konsequenter auf den gesellschaftlichen Themen geblieben wäre.

Insgesamt ein relevantes Buch mit wichtigen Themen, das viele Denkanstöße liefert, mich emotional jedoch nicht durchgehend erreichen konnte.