Wie entgleist ein Leben?

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
donkey Avatar

Von

Ich muss sagen, das Thema Obdachlosigkeit ist für mich bei einem Roman ein ganz neues und unheimlich fesselndes Thema. Bohm lebt mit Mitte Dreißig nun schon einige Jahre aus der Straße. Die TV-Journalistin Alina möchte eine Reportage über den Obdachlosen machen. Erst lehnt Bohm ab. Als sein zugelaufener Hund aber Hilfe braucht, sagt er aus dieser Not heraus zu. Doch trotz aller Unterschiede müssen beide nach ein paar Tagen feststellen, dass sie Gefühle füreinander entwickeln.
Der Autor beschreibt schonungslos wie hart das Leben auf der Straße ist und wie manch einer sich Zuflucht in Alkohol und Drogen sucht. Auf der anderen Seite stellt er aber auch die mehr oder weniger unterschwellige Verachtung dar, die die Obdachlosen in unserer Gesellschaft oft erfahren. Wunderbar entwickelt sich in diesem Buch auch das Verhältnis der beiden Protagonisten zueinander, angefangen von Misstrauen und Vorurteilen bis zur wahren Zuneigung. Es geht in diesem Buch aber auch um Schuld, das Übernehmen von Verantwortung und Verzeihen.
Auch wenn dies alles keine leichten Themen sind, schafft es Christian Huber daraus trotzdem eine leichte und unterhaltsame Geschichte zu kreieren, ohne in Oberflächlichkeit oder Trivialität abzurutschen. Ein wirklich wunderbares Buch, das einem sehr nahe geht!