Schwer zu sagen...
Bei Sommerhaus weiß ich nach der Leseprobe noch nicht richtig, was ich davon halten soll – und vielleicht ist genau das der Punkt. Der Roman beginnt mit einer Atmosphäre, die sofort etwas Verheißungsvolles und zugleich Unheilvolles hat: ein heißer Sommer am Ortasee, vier Geschwister, Flip-Flops auf glühendem Stein, ein toter Vater, eine Villa voller Erinnerungen und die Ahnung, dass in dieser Familie etwas zerbrochen ist, lange bevor man als Leserin versteht, was eigentlich passiert ist.
Der Prolog hat für mich eine starke Bildlichkeit. Diese Hitze, der See, das Schlappen der Flip-Flops, die Mischung aus Trauer und absurdem Familienalltag – das bleibt hängen. Gleichzeitig wirkt der Text zunächst etwas ausgreifend, fast tastend. Er legt viele Fäden aus: den Tod des Vaters, die Geschwister, das letzte Bild, Bella-Mae, die offenbar in die feinen Risse dieser Familie geraten ist. Man spürt: Da kommt noch etwas. Aber es bleibt zunächst eher ein Versprechen als ein Sog.
Interessanter wurde es für mich, als die Familie in London zusammenkommt und Vic ihnen eröffnet, dass er Bella-Mae heiraten will. Diese Szene in der lauten Noodle-Bar hat etwas Komisches und Beklemmendes zugleich. Der alte, exzentrische Künstler-Vater erscheint plötzlich verändert: dünner, gepflegter, tee- statt alkoholtrinkend, fast wie ein anderer Mensch. Und dann diese Bella-Mae: siebenundzwanzig, geheimnisvoll, kaum greifbar, schon bei ihm eingezogen, mit Kräutertees und einer seltsamen Macht über ihn. Da beginnt der Roman, leise Spannung aufzubauen.
Was mich noch nicht ganz überzeugt, ist die emotionale Nähe. Ich sehe die Figuren, ich erkenne ihre Rollen – Netta als kontrollierende Älteste, Susan als fürsorglicher, Goose als zurückhaltender, Iris als empfindsames Nesthäkchen –, aber ich bin ihnen noch nicht richtig nah. Vielleicht braucht dieser Roman Zeit. Vielleicht ist er weniger ein Buch, das sofort packt, sondern eines, das Schicht für Schicht offenlegt, wie Familie, Erinnerung, Besitz, Kunst und Misstrauen ineinandergreifen.
Mein Eindruck wäre also: noch kein klares Ja, aber auch kein Nein. Eher ein vorsichtiges Weiterblättern. Mich interessiert weniger die Liebesgeschichte zwischen Vic und Bella-Mae als die Frage, was diese junge Frau in dieser Familie auslöst – und ob sie wirklich die Ursache des Zerbrechens ist oder nur sichtbar macht, was längst beschädigt war.
Der Prolog hat für mich eine starke Bildlichkeit. Diese Hitze, der See, das Schlappen der Flip-Flops, die Mischung aus Trauer und absurdem Familienalltag – das bleibt hängen. Gleichzeitig wirkt der Text zunächst etwas ausgreifend, fast tastend. Er legt viele Fäden aus: den Tod des Vaters, die Geschwister, das letzte Bild, Bella-Mae, die offenbar in die feinen Risse dieser Familie geraten ist. Man spürt: Da kommt noch etwas. Aber es bleibt zunächst eher ein Versprechen als ein Sog.
Interessanter wurde es für mich, als die Familie in London zusammenkommt und Vic ihnen eröffnet, dass er Bella-Mae heiraten will. Diese Szene in der lauten Noodle-Bar hat etwas Komisches und Beklemmendes zugleich. Der alte, exzentrische Künstler-Vater erscheint plötzlich verändert: dünner, gepflegter, tee- statt alkoholtrinkend, fast wie ein anderer Mensch. Und dann diese Bella-Mae: siebenundzwanzig, geheimnisvoll, kaum greifbar, schon bei ihm eingezogen, mit Kräutertees und einer seltsamen Macht über ihn. Da beginnt der Roman, leise Spannung aufzubauen.
Was mich noch nicht ganz überzeugt, ist die emotionale Nähe. Ich sehe die Figuren, ich erkenne ihre Rollen – Netta als kontrollierende Älteste, Susan als fürsorglicher, Goose als zurückhaltender, Iris als empfindsames Nesthäkchen –, aber ich bin ihnen noch nicht richtig nah. Vielleicht braucht dieser Roman Zeit. Vielleicht ist er weniger ein Buch, das sofort packt, sondern eines, das Schicht für Schicht offenlegt, wie Familie, Erinnerung, Besitz, Kunst und Misstrauen ineinandergreifen.
Mein Eindruck wäre also: noch kein klares Ja, aber auch kein Nein. Eher ein vorsichtiges Weiterblättern. Mich interessiert weniger die Liebesgeschichte zwischen Vic und Bella-Mae als die Frage, was diese junge Frau in dieser Familie auslöst – und ob sie wirklich die Ursache des Zerbrechens ist oder nur sichtbar macht, was längst beschädigt war.