Zwischen Familienchaos und leiser Tragik

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susanne-69 Avatar

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Die Leseprobe von Sommerhaus hat mich vor allem durch ihre besondere Familiengeschichte begeistert. Die vier Geschwister wirken unglaublich authentisch – mit all ihren Eigenheiten, alten Dynamiken und diesem typischen familiären Zusammenspiel aus Nähe, Reibung und gegenseitigem Verständnis. Man merkt sofort, dass sie eine gemeinsame Vergangenheit verbindet, die nicht nur schön war.

Besonders eindrucksvoll fand ich die Szene in der Noodle-Bar, in der der Vater seine überraschende Verlobung verkündet. Zwischen Humor, Sprachlosigkeit und wachsender Sorge entsteht eine Stimmung, die gleichzeitig unterhaltsam und bedrückend ist. Gerade die Reaktionen der Geschwister wirken sehr echt und nachvollziehbar.

Auch der Schreibstil hat mir sehr gefallen: ruhig, detailreich und voller feiner Beobachtungen. Die Autorin schafft es, mit kleinen Gesten und Dialogen unglaublich viel über die Figuren zu erzählen. Hinter der sommerlichen Kulisse spürt man jedoch ständig eine leise Tragik und die Ahnung, dass diese Familie vor großen Veränderungen steht.

Für mich eine sehr starke und emotionale Leseprobe, die neugierig auf die Geheimnisse rund um Bella-Mae und den Sommer am Ortasee macht.