Clever aufgebaute Familiengeschichte
Älterer, vermögender Mann heiratet eine deutlich jüngere Frau. Bei der Verkündung an seine Kinder können dies es kaum glauben. Die große Freude bleibt aus - das Drama beginnt. Klingt erstmal ziemlich nach Klischee. Entpuppt sich dann aber als clever aufgebaute, leicht skurril anmutende und letztlich doch ziemlich traurige Familiengeschichte.
Beim Lesen wird schnell klar - die Fassade der sich um einander sorgende Familie ist sehr bröckelig. Man kann den Finger nicht sofort darauf legen, aber hat das Gefühl, dass es hier unter den Geschwistern schon lange brodelt, es eine Rangordnung gibt. Ein wackeliger Frieden. Jedes der Geschwister hat eine bestimmte Rolle innerhalb dieses Gefüges. Nicht immer ganz freiwillig. Die Rollen sind am Anfang ziemlich starr und zunächst wagt auch niemand so recht aus diesen auszubrechen.
Nachdem der Vater seinen Plan, heiraten zu wollen, verkündet hat, fallen seine Kinder erst einmal aus allen Wolken. Wilde Spekulationen über die junge, noch unbekannte Frau, fliegen zwischen den Geschwistern hin und her. Eine Influencerin, eine Künstlerin, eine Prostituierte! Die Vermutungen schießen gen Himmel, man überbietet sich mit den schrägsten Vermutungen. Und man muss ehrlich sein: Vater Vic ist nicht gerade sehr hilfreich bei der Aufklärung. Das hat ein bisschen was von einer schrägen Seifenoper. Die Szenerie beruhigt sich dann kurzzeitig, bis die Nachricht über den Tod des Vaters eintrifft. Alle reisen in das Sommerhaus nach Italien. Um die näheren Umstände zu erfahren, den toten Vater nach Hause zu holen und um die geheimnisvolle Bella-Mae zu treffen. Denn die bleibt bis dahin eine ziemlich nebulöse Gestalt, die so ein bisschen über allem zu schweben scheint.
Im Sommerhaus nimmt die Dramatik dann erst so richtig Fahrt auf und der zweite Part der schrägen Seifenoper beginnt. Es hagelt Vorwürfe, böswillige Spekulationen, Vermutungen und Anschuldigungen. Und die Fassade der Geschwister bröckelt immer mehr. Die bisher festen Rollen werden immer loser, ihre Träger befreien sich nach und nach davon. Damit kann nicht jeder gut umgehen. Die Familie befindet sich in Auflösung. Und ab jetzt beginnt sich Schicht für Schicht herauszukristallisieren, wo die Probleme der einzelnen Personen liegen. Wie tief die Verletzungen liegen, wie groß die unausgesprochenen Sehsüchte sind. Im Mittelpunkt: Vater Vic, der da nicht die allerbeste Figur abgibt. Es wird klar, wie dysfunktional alles ist und wie sehr die Kinder ihren Vater durch eine rosarote Brille sehen wollen. Die einfache Wahrheit kann dort einfach keinen Platz haben.
Es ist wirklich sehr angenehm zu lesen. Durch den unterschwelligen Humor an den merkwürdigsten Stellen, wird von man auch in völlig gegenteilige Emotionen gespült. Der Seifenopern-Charakter macht es lebendig und bringt Schwung - man kann gar nicht anders, als diese schrägen Wortwechsel gebannt zu verfolgen. Es hat gleichzeitig etwas voyeuristisches. Man fühlt sich ertappt, dass man in diesem intimen Moment lauscht. Die Geschichte ist clever aufgebaut, man weiß lange nicht so recht, wie man die Personen einordnen soll. Hat man nun Mitleid oder ist man von manchen Aussagen bzw. Handlungen nicht doch eher abgestoßen?
Man kann es mit Leo Tolstoi sagen: „Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie dagegen ist unglücklich auf ihre besondere Art.“
Beim Lesen wird schnell klar - die Fassade der sich um einander sorgende Familie ist sehr bröckelig. Man kann den Finger nicht sofort darauf legen, aber hat das Gefühl, dass es hier unter den Geschwistern schon lange brodelt, es eine Rangordnung gibt. Ein wackeliger Frieden. Jedes der Geschwister hat eine bestimmte Rolle innerhalb dieses Gefüges. Nicht immer ganz freiwillig. Die Rollen sind am Anfang ziemlich starr und zunächst wagt auch niemand so recht aus diesen auszubrechen.
Nachdem der Vater seinen Plan, heiraten zu wollen, verkündet hat, fallen seine Kinder erst einmal aus allen Wolken. Wilde Spekulationen über die junge, noch unbekannte Frau, fliegen zwischen den Geschwistern hin und her. Eine Influencerin, eine Künstlerin, eine Prostituierte! Die Vermutungen schießen gen Himmel, man überbietet sich mit den schrägsten Vermutungen. Und man muss ehrlich sein: Vater Vic ist nicht gerade sehr hilfreich bei der Aufklärung. Das hat ein bisschen was von einer schrägen Seifenoper. Die Szenerie beruhigt sich dann kurzzeitig, bis die Nachricht über den Tod des Vaters eintrifft. Alle reisen in das Sommerhaus nach Italien. Um die näheren Umstände zu erfahren, den toten Vater nach Hause zu holen und um die geheimnisvolle Bella-Mae zu treffen. Denn die bleibt bis dahin eine ziemlich nebulöse Gestalt, die so ein bisschen über allem zu schweben scheint.
Im Sommerhaus nimmt die Dramatik dann erst so richtig Fahrt auf und der zweite Part der schrägen Seifenoper beginnt. Es hagelt Vorwürfe, böswillige Spekulationen, Vermutungen und Anschuldigungen. Und die Fassade der Geschwister bröckelt immer mehr. Die bisher festen Rollen werden immer loser, ihre Träger befreien sich nach und nach davon. Damit kann nicht jeder gut umgehen. Die Familie befindet sich in Auflösung. Und ab jetzt beginnt sich Schicht für Schicht herauszukristallisieren, wo die Probleme der einzelnen Personen liegen. Wie tief die Verletzungen liegen, wie groß die unausgesprochenen Sehsüchte sind. Im Mittelpunkt: Vater Vic, der da nicht die allerbeste Figur abgibt. Es wird klar, wie dysfunktional alles ist und wie sehr die Kinder ihren Vater durch eine rosarote Brille sehen wollen. Die einfache Wahrheit kann dort einfach keinen Platz haben.
Es ist wirklich sehr angenehm zu lesen. Durch den unterschwelligen Humor an den merkwürdigsten Stellen, wird von man auch in völlig gegenteilige Emotionen gespült. Der Seifenopern-Charakter macht es lebendig und bringt Schwung - man kann gar nicht anders, als diese schrägen Wortwechsel gebannt zu verfolgen. Es hat gleichzeitig etwas voyeuristisches. Man fühlt sich ertappt, dass man in diesem intimen Moment lauscht. Die Geschichte ist clever aufgebaut, man weiß lange nicht so recht, wie man die Personen einordnen soll. Hat man nun Mitleid oder ist man von manchen Aussagen bzw. Handlungen nicht doch eher abgestoßen?
Man kann es mit Leo Tolstoi sagen: „Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie dagegen ist unglücklich auf ihre besondere Art.“